KONZERTE

Klassik pur

Klassik pur 1:
Musik aus der Zeit der Pockenepidemie

Stiftung Mozarteum, Villa Vicina (Schwarzstr. 30)

23.10.2021 19:30

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Preise:
eur 28,00Erm.10,-

Künstler

  • Mitglieder der Camerata Salzburg (Ensemble)
  • Stephanie Baubin und Nanni Malm (Violine)
  • Iris Juda (Viola)
  • Dana Micicoi (Violoncello)
  • Josef Radauer (Kontrabass)
  • Johannes Hinterholzer (Alphorn)
  • Michael Reifer (Horn)
  • -
  • Kudaibergen Abildin (Tenor)

Programm

Am 23.10.1767 reiste Leopold Mozart mit seiner gesamten Familie aus Wien ab, um der Pockenepidemie zu entkommen. - Musikstücke aus der Zeit der Pockenepidemie

 

Leopold Mozart

Symphonie G-Dur für Alphorn und Streicher LMV VII:G3 „Sinfonia pastorella“

Erik Satie

Fünf Nocturnes für Streichquartett (arr. von Patricio Cueto)

Mozart

„An die Freude“ KV 53. Lied für eine Singstimme mit Klavierbegleitung (Fassung für Streicher)

Aus „La finta semplice“ KV 51: Arie des Fracasso Nr. 5 „Guarda la donna in viso“, Arie des Fracasso Nr. 20 „In voi, belle, è leggiadria“

Mozart

Divertimento D-Dur KV 205

 

Man sprach in ganz Wienn von nichts als von den Blattern. Wenn 10. Kinder auf den Todten Zetel stunden, so waren deren 9. die an den Blattern gestorben waren“: Im September 1767 waren die Mozarts nach Wien gereist, da sich Leopold anlässlich der Hochzeit zwischen Ferdinand I. von NeapelSizilien und Erzherzogin Maria Josepha Konzerte erhofft hatte. Doch dann erkrankte die Braut, die neunte  Tochter Maria Theresias, nach einem Besuch in der Kapuzinergruft an eben den Pocken (Blattern) und starb ausgerechnet am vorgesehenen Hochzeitstermin, dem 15. Oktober – so wie schon 1762 ihre geliebte Schwester Johanna Gabriela. Die Mozarts flohen vor der Epidemie über Brünn nach Olmütz. Dort erkrankte der elfjährige Wolfgang dennoch, genauso wie ein paar Tage später seine Schwester Nannerl. Staatstrauer und Maßnahmen zur Eindämmung des Ansteckungsgeschehens trafen das Musikleben hart, wie Leopold außerdem berichtet: „6. Wochen werden die Theatra verschlossen bleiben; es wäre dann Sache, daß etwas erlaubt würde wegen denjenigen Personen die davon leben müssen.“
 
Wie sich die Bilder gleichen: An diesem Abend erklingen Werke von Vater und Sohn Mozart aus jenen Zeiten spezieller Sorge um Leib und Leben, ergänzt um fünf Nocturnes von Erik Satie, entstanden 1919, als die gefürchtete Spanische Grippe wütete. Musik als Lebenselixier, heute so heilsam und wichtig wie damals.