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Mozart – der vollkommenste musico drammatico

In der Mozartwoche 2021 (21. bis 31. Jänner 2021) zeigt Intendant Rolando Villazón den jubilierenden Komponisten als Musikdramatiker. Eine Fülle bewegender, spielerischer und innovativer choreographischer Projekte spürt diesem Schwerpunkt nach, wie „Sacred Mozart“ in der Choreographie von Andreas Heise mit dem Collegium 1704; „Pùnkitititi!“ im Marionettentheater oder die Pantomime „Magic Mozart“. Konzertante Aufführungen von „Don Giovanni“ mit Sir András Schiff oder der unvollendeten Oper „L’oca del Cairo“ mit dem Chamber Orchestra of Europe und Robin Ticciati versprechen wahre mozartianische Momente

„Der Vulkan von Musik, Tanz und Bühne steht kurz vor dem Ausbruch. Möge das Feuer aus seinem Inneren uns umfangen, möge es bunte Federn aus unserer Haut sprießen lassen, damit wir zu glücklichen, lebendigen Papageien werden, die quer über die feurigen Landschaft des Wolfgang Amadé Mozart, musico drammatico, hin- und herfliegen können. Ich kann es kaum erwarten!“

Rolando Villazón, Intendant der Mozartwoche

Musico drammatico

Die Mozartwoche 2021 greift den Komponisten als Musikdramatiker aus dem vielfältigen Mozart’schen Kosmos heraus: Der musikalische Schwerpunkt liegt auf den Werken in Moll, weil jenen diese unmittelbare dramatische Wirkung besonders inne liegt. Rolando Villazóns dritte Mozartwoche lebt das Credo „Mozart pur“ in jedem einzelnen Programmpunkt und vereint nahezu alle Stücke, die Mozart in Moll komponiert hat. „Als Leser der menschlichen Seele und als unvergleichlicher Übersetzer dieser abstrakten Licht- und Schattenwelt präsentiert sich uns Mozart als der vollkommenste musico drammatico“, resümiert der Intendant.

Die Mozartwoche 2021 versammelt universale Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Pantomime und Puppenspiel, die Mozart so sehr liebte, um seine dramatische Vielfalt auf der Bühne widerzuspiegeln. Das erste Festival des Jahres bietet 2021 knapp 65 Veranstaltungen, darunter drei szenische Bühnenprojekte, drei konzertante bzw. halbszenische Opernaufführungen, Orchesterkonzerte, Kammermusik, Tanz, Pantomime, Film, Talk und vieles mehr.

Szenische Projekte

Die Mozartwoche 2021 bringt eine Reihe bewegender, spielerischer und innovativer choreografischer Projekte: Sacred Mozart erzählt vom Tod von Mozarts Mutter 1778 in Paris. In einer szenisch-choreographischen Kreation werden Regisseur Andreas Heise und Dirigent Václav Luks eine musikdramatische Annäherung an diesen Wendepunkt in der Biographie des Komponisten entwickeln. Auf poetische Weise erzählen sie die Geschichte mit einem gemischten, sowohl tanzenden als auch singenden Ensemble auf der Basis sorgsam ausgewählter geistlicher Werke, wie z. B. der Krönungsmesse oder dem Ave verum corpus. In Mozart Moves! – Ewig Dein Dich Liebender im Salzburger Landestheater mit Magdalena Kožená im Zentrum, formen sich Konzertarien, Lieder, Tänze und kaum bekannte Fragmente aus Mozarts Feder zu einem fesselnden musikalischen Erzählstrang, der sich mit einer choreographischen Interpretation zum veritablen Musiktheater rund um die verschiedenen Facetten von Liebe verbindet. Zudem feiert die 2020er Mozartwoche-Produktion Pùnkitititi! im Salzburger Marionettentheater eine triumphale Rückkehr.

Oper halbszenisch und konzertant

Sir András Schiff setzt seinen konzertanten Da Ponte-Zyklus mit Don Giovanni fort und präsentiert das Drama vom „bestraften Wüstling“ (Il dissoluto punito) mit seiner Cappella Andrea Barca und einer Starbesetzung, u. a. mit Sylvia Schwartz, Mauro Peter, Luca Pisaroni und Julia Lezhneva. Robin Ticciati und das Chamber Orchestra of Europe werden zusammen mit einem jungen SängerInnen-Ensemble die unvollendete Oper L’Oca del Cairo in der Felsenreitschule als frisches, zeitgemäßes, minimalistisches Musiktheater aufführen, szenisch eingerichtet von Freddie Wake Walker und mit Musik von Mozart selbst. Ivor Bolton und die Camerata Salzburg präsentieren die letzte Oper, die Mozart für Salzburg komponiert hat, konzertant: Il Re Pastore.

Herausragende Mozart-DirigentInnen, Ensembles und Orchester in Salzburg

Das Festival wird von zwei feierlichen Konzerten umspannt, die jeweils Rückschau und Ausblick bieten: Im Eröffnungskonzert dirigiert Keri-Lynn Wilson das Mozarteumorchester Salzburg; im Abschlusskonzert wird das Ensemble Europa Galante unter der Leitung von Fabio Biondi Mozarts selten zu hörendes Jugendwerk Die Schuldigkeit des Ersten Gebots KV 35 aufführen. Thomas Hengelbrock wird das Balthasar-Neumann-Ensemble in einem speziell für diese Mozartwoche konzipierten Pasticcio für Tenor und Sopran, Szenen einer Ehe, dirigieren. Das Akademiekonzert 2021 gestaltet das Freiburger Barockorchester zuammen mit Kristian Bezuidenhout und Tenor Daniel Behle. Das Ensemble L’Arpeggiata unter der Leitung von Christina Pluhar kehrt mit zwei geistlichen Werken in Moll, der Missa Brevis und dem Requiem zurück, und das Mozarteumorchester, der Bachchor Salzburg und Robert Levin bringen mit Riccardo Minasi am Pult ein historisches Konzert Franz Xaver Mozarts aus dem Jahre 1805 zur Wiederaufführung. Die Mozart’sche Liebeserklärung an Constanze, die Messe in C-Moll, wird von Alain Altinoglu, den Wiener Philharmonikern, einer handverlesenen SolistInnenbesetzung und der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor aufgeführt. Daniel Barenboim setzt seinen Zyklus der späten Sinfonien und Klavierkonzerte mit den Wiener Philharmonikern fort. Unterstützt wird er dabei von der Mezzospranistin Marianne Crebassa. Auch Mitsuko Uchida spinnt ihren Mozart-Reigen mit dem Mahler Chamber Orchestra mit zwei Klavierkonzerten und der Ballettmusik aus Idomeneo weiter.

Erlesene Kammermusik – hochkarätige SolistInnenkonzerte

Sie kennen sich von Kindesbeinen an, seit vielen Jahren sind sie umjubelte Duopartner: Die Tastentitanen Martha Argerich und Daniel Barenboim spielen ausgewählte Werke Mozarts zu vier Händen. Das Hagen Quartett kommt mit den sechs Haydnquartetten. Einen Liederabend bestreitet Sir András Schiff mit seiner Don Giovanni-Besetzung im Großen Saal. Jungpianist Maximilian Kromer tritt mit dem Quatuor Van Kuijk auf, Robert Levin zusammen mit dem Quatuor Hermès. Weiters kommen die Streicher vom Spunicunifait Quintett ins DomQuartier und Hannfried Lucke ist bei einer morgendlichen Orgelstunde zu erleben.

Trazom!

Die Festival-Reihe Trazom! pustet den Staub von so manchem tradierten Mozart-Bild und nähert sich dem Komponisten und Menschen auf unkonventionelle Art und Weise mit einem Augenzwinkern. Trazom! (Mozart rückwärts gelesen) umfasst Projekte, die einen anderen, spielerischen Blick auf Mozart eröffnen. Der Pianist Jory Vinikour gestaltet einen Abend mit Stummfilmen und bringt Mozart mit Charlie Chaplin zusammen: Mozart meets Chaplin and a Cat. Magic Mozart, eigens für die Mozartwoche kreiert, verknüpft Tanz, Pantomime, Akrobatik, Objekttheater und Musik in der SZENE Salzburg zu einem magischen, bewegenden Gesamtkunstwerk. Im OVAL – Die Bühne im EUROPARK lädt Der Kleine Mozart auf eine musikalische Reise für die ganze Familie ein.

Das beliebte Format Briefe und Musik wird 2021 mit Eldbjørg Hemsing auf Mozarts „Costa“-Violine, Marie Sophie Hauzel am Hammerklavier und Schauspielerin und Publikumsliebling Adele Neuhauser (Rezitation) von drei Künstlerinnen gestaltet. Cara sorella mia beleuchtet die Beziehung von Wolfgang Amadé zu seiner Schwester Maria Anna anhand der Korrespondenz des Geschwisterpaars. Und natürlich wird auch Mozarts Geburtstag am 27. Jänner wieder auf die mexikanische Art gefeiert, mit Mariachis und Serenaden für das Geburtstagskind.

Meisterkoch Toni Mörwald kredenzt ein opulentes Festmahl inspiriert von Mozarts Zeit, in Zusammenarbeit mit dem Stiftskulinarium St. Peter. Hinzu kommen noch Filmvorführungen sowie Gespräche mit KünstlerInnen und Mozart-ExpertInnen.

Mozartwoche 2021

Film
Führung
Kammerkonzert
Musik und Wort
Orchesterkonzert
Performance
Sonstiges
Szenisches
Talk