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Bona Nox

Bona nox! Bist a rechta Ox

Am 2. September 1788 vermerkte WAM in seinem eigenhändigen „Verzeichnüß“ seiner Werke (im Übrigen auf der gleichen Seite, auf der die beiden letzten großen Sinfonien zu finden sind) die Komposition von acht „4stimmigen Canoni“. Der achte Kanon ist „Bona nox! Bist a rechta Ox“, nach der heutigen Zählung im Köchelverzeichnis die Nummer 561.
Mozart könnte auch den kurzen, durchaus deftigen Text dieses Kanons verfasst haben, der einen Einblick in den familiären Ton gibt, der unter Mozarts Freunden und Verwandten geherrscht haben mag. Einige Passagen erscheinen wörtlich auch in der Mozartschen Familienkorrespondenz gut zehn Jahre vor dem Eintrag des Kanons ins Werkverzeichnis. Der polyglotte Gute Nacht-Gruß sowie die Textzeile „heut müß ma no weit“ lässt an Mozart denken, der schon in jungen Jahren ganz Europa bereiste und dabei mit vielen Sprachen und Kulturen in Kontakt kam. Seit dieser Zeit liebte er es, mit Sprache zu spielen und unterschiedliche Sprachen und Dialekte zu kombinieren. Der originale – bis auf den heutigen Tag oft missverständlich interpretierte – Text ist häufig und schon frühzeitig durch andere Textfassungen ersetzt worden, manchmal wurden auch bestimmte Wörter nicht ausgeschrieben, sondern nur durch Punkte angedeutet.
Der Anlass wie auch das genaue Datum der Komposition sind nicht bekannt. Wie etliche andere Kanons war er wohl für private Formen der Geselligkeit im Familien- und Freundeskreis gedacht, nicht für Aufführungen in der Öffentlichkeit oder gar bei Hof. Singkanons dieser Art erfreuten sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Es gibt zahlreiche Kanons von Mozarts Zeitgenossen, u.a. von Joseph und (in Salzburg) Michael Haydn oder Antonio Salieri.

Lerne den Kanon
Lade Dir die Noten des Kanons(als PDF) hier herunter und versuche zunächst die Melodie nachzusingen. Benutze das Klangbeispiel als Hilfestellung!

 

Finde den ersten Einsatz
Ein Kanon ist eine musikalische Gattung, bei der die exakte Kopie der Melodie zu verschiendenen Zeiten einsetzt. Dadurch entsteht ein mehrstimmiges Stück. Wenn Du den Kanon einigermaßen beherrscht, versuche herauszufinden, wann der zweite Einsatz der Melodie beginnt. Spiele noch einmal die einstimmige Melodie ab und versuche verschiedene Einsatzpunkte aus. Schon bald wirst du feststellen, dass es nur einen möglichen Zeitpunkt gibt, wo das Zusammenspiel der beiden Stimmen Sinn macht und gut klingt.
Du kannst die Melodie anschließend in die zweite Zeile dieses Notenblatts (PDF) eintragen.

 

Finde die zwei weiteren Einsätze
Bei diesem Kanon setzen die Stimmen alle im gleichen Abstand ein. Insgesamt erklingen vier Stimmen. Versuche auch noch die beiden anderen Einsätze zu finden und singe sie zu der ersten Stimme dazu. Ob Du richtig gewählt hast, kannst Du im PDF hier überprüfen.

Wenn alle vier Stimmen gleichzeitig, aber nacheinander einsetzen (siehe Noten hier), klingt der Kanon so:

 

Singe die einzelnen Stimmen mit
Höre Dir die den vierstimmigen Kanon noch einmal. Nun kannst Du in mehreren Durchläufen probieren, jeweils die verschiedenen Einsätze der vier Stimmen mitzusingen.

 

Singe die fehlende Stimme
Jetzt wird es etwas kniffliger. Im nächsten Musikbeispiel fehlt eine der einsetzenden Stimmen. Wenn Du herausgefunden hast, welche das ist, singe diese zu den anderen Stimmen dazu. Du kannst dabei zwischen verschiedenene Instrumentationen wählen. Nimm die, die dir am besten gefällt.

Klavier

 

Geige, Bratsche, Violoncello

 

Oboe, Klarinette, Fagott

 

Trompete, Posaune, Tuba

 

Erfinde einen eigenen Text
Es existieren viele verschiedene Textvariationen des Kanons. Vielleicht hast Du Lust, Dir auch eine auszudenken. Wenn Du Dir einen eigenen Text schreibst, probiere immer wieder, ob er sich mit der vorgegebenen Melodie gut singen lässt.
Wenn Du zufrieden bist, trage Deinen Text in das PDF hier unter die Melodie ein.

Schickt uns Euren Mozart-Kanon
Wenn Ihr einen eigenen Text geschrieben habt, freuen wir uns natürlich, wenn Ihr diesen an uns schickt. Wenn ihr auch die technischen Möglichkeiten habt, holt euch drei Freund*innen dazu und nehmt Euch auf, entweder mit dem originalen oder Eurem eigenen Text. Die gelungensten Werke werden wir dann auf unserer Seite veröffentlichen.
Einsendungen an: klangkarton@mozarteum.at

 

Kritische Ausgabe des Kanons:

Hier kannst du dir den ganzen Kanon mit Auflösung in der kritischen Ausgabe der Digital-interaktive Mozart-Edition ansehen: Zur DIME