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Bibliotheca Mozartiana

Die Bibliotheca Mozartiana geht auf Schenkungen und Vermächtnisse von Mozarts Witwe Constanze sowie der Söhne Carl Thomas und Franz Xaver zurück. Die weltweit einzige Spezialbibliothek zu Mozart besitzt die größte Sammlung von originalen Briefen der Mozart-Familie, wertvolle Musikautographen, historische Schriften und Notendrucke. Der Bestand wird stetig ausgebaut, wobei versucht wird alle wesentlichen, weltweit erscheinenden Veröffentlichungen über Mozart zu sammeln. Auch bemüht sich die Bibliothek, ihren Bestand an historischen Quellen (Autographen, Handschriften, Noten und Bücher) zur Mozart-Familie und deren historischem Umfeld systematisch zu erweitern.

Die Ursprünge der heutigen Bibliothek liegen in der Bibliothek des 1841 gegründeten Dommusikverein und Mozarteum, der sich 1880 in die Internationale Stiftung Mozarteum und den Dommusikverein (den späteren Domchor) aufspaltete. In Folge dieser Trennung wurde auch der Bestand an Musikalien und Büchern zwischen den beiden Institutionen aufgeteilt. Ein Teil des ehemaligen historischen Bestandes (mit dem Schwerpunkt Kirchenmusik) befindet sich daher heute im Archiv der Erzdiözese Salzburg. Ein Großteil, darunter sämtliche Brief- und Musik-Autographen Mozarts, wird heute aber in der Bibliotheca Mozartiana verwahrt.

Der historische Bestand geht jedoch weit über Mozart hinaus. Dies hat seinen Grund hauptsächlich in der Tatsache, dass seit 1841 der Dommusikverein und Mozarteum bzw. die spätere Internationale Stiftung Mozarteum als wesentlichen Bestandteil ihrer Aktivitäten auch eine Musikschule unter dem Namen Mozarteum unterhielt, die 1914 zum Konservatorium erhoben wurde. Aus dieser Einrichtung, die im Jahr 1922 vom österreichischen Staat übernommen wurde, entwickelte sich schließlich die heutige Universität Mozarteum.

Da die Bibliothek also neben der praktischen und wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Werk Mozarts lange Zeit auch als Musikschul- bzw. Konservatoriumsbibliothek diente, wurden stets auf breiter Basis aktuelle Musikalien und (in geringerem Umfang) auch musiktheoretische Schriften gesammelt.

Zum anderen erhielt die Bibliothek mehrfach bedeutenden Zuwachs durch Geschenke und Vermächtnisse – allen voran der beiden Söhne Mozarts. Sie besaßen nicht nur Kompositionen ihres Vaters, sondern sammelten selbst sowohl ältere als auch aktuelle Musik ihrer Zeit aus den verschiedensten Sparten. So besitzt die Bibliothek auch zahlreiche Autographen Johann Georg Mederitsch, gen. Gallus (dem Lehrer Franz Xaver Mozarts), Werke von Gluck, der Bach-Familie, aber auch Kompositionen von Beethoven oder Carl Maria von Weber.

Nicht zuletzt verwahrt die Bibliothek auch das Notenmaterial von Werken zeitgenössischer Komponisten, die im Auftrag der Stiftung Mozarteum entstanden sind und bei den beiden jährlichen Festivals, der Mozartwoche und den Dialogen aufgeführt wurden.

Bislang ist nur ein Teil des umfangreichen Bestandes über den Online-Katalog zugänglich. An einer vollständigen Verzeichnung in Online-Katalogen wird derzeit intensiv gearbeitet.

Audiovisuelle Medien finden Sie in der eigenständigen Mozart Ton- und Filmsammlung, dem größten Spezialarchiv für Ton- und Bildaufnahmen zu Leben und Werk Mozarts.

 

Weitere Informationen:

Johanna Senigl: Bibliothek der Internationalen Stiftung Mozarteum, in: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Digitalisiert von Günter Kükenshöner. Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003

Ulrich Leisinger:  Die Bibliotheca Mozartiana der Stiftung Mozarteum Salzburg: eine Spezialbibliothek im Wandel der Zeiten, in: Forum Musikbibliothek. Beiträge und Informationen aus der musikbibliothekarischen Praxis, Bd. 31 (2010), S. 214-224 und S. 314-320.