Presse

Christine Forstner
Internationale Stiftung Mozarteum
Schwarzstr. 26
5020 Salzburg
Österreich
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Der Genius loci kehrt nach Rom zurück

Zwei originale Mozart-Geigen erklingen erstmals im Vatikan für Papst Leo XIV

Als Leopold Mozart im Jahr 1769 mit seinem Sohn Wolfgang Amadé die erste große Reise nach Italien (Dezember 1769 bis März 1771) antrat, so hatte der gefeierte Musikpädagoge ein klares Bild vor Augen: Aus dem Wunderkind sollte ein etablierter Komponist werden. Zum dritten Mal – mittlerweile als lieb gewordene Tradition – würdigt die Internationale Stiftung Mozarteum diese wegweisende Italienreise mit der Teilnahme an der Sommertournée des Ensemble Bella Musica. Die Talente des Pre-College der Universität Mozarteum Salzburg wandern auf den Spuren des jungen Musikus und erwecken die Klangwelt Mozarts an jenen Stätten zum Leben, die auch Wolfgang Amadé vor 256 Jahren besuchte. Die Stiftung Mozarteum kommt dabei zwei ihrer wichtigsten Aufträge nach, das Œuvre Mozarts und das Kulturerbe jenen Menschen zugänglich zu machen, denen ein Besuch in Salzburg mitunter nicht möglich ist. Zwei Kostbarkeiten aus der Sammlung der Stiftung Mozarteum, Mozarts Dalla Costa-Violine sowie seine Kindergeige, erklingen dieser Tage deshalb erstmals in Rom. Unter anderem im Kulturforum der Republik Österreich und heute bei einer Konzertaufzeichnung für Radio Vatikan in den Vatikanischen Gärten am Rande einer Einladung zur Generalaudienz bei Papst Leo XIV. Zudem wurde zum Einzug des Heiligen Vaters auf dem Petersplatz der erste Satz aus Wolfgang Amadé Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ KV 525 von Musiker:innen des Ensembles Bella Musica zur Aufführung gebracht. Gespielt wurde Mozarts originale Costa-Violine.

 

Das Spiel zweier Originalinstrumente des Komponisten ermöglicht dabei ein besonderes Musikerlebnis, das sofort eine unvergleichliche Nähe zu Mozarts Musik herstellt: „Die Musik von Wolfgang Amadé Mozart berührt die Menschen auf der ganzen Welt. Wir feiern heuer seinen 270. Geburtstag, ein besonderer Anlass, Mozarts einzigartiges, immer aktuelles, ja modernes Erbe über seine Geburtsstadt Salzburg sichtbar und wirksam werden zu lassen. Es ist nicht nur seine Musik, die uns alle zutiefst bewegt. Es sind sein Leben, seine Hinwendung zu den Menschen, seine Humanität. Die erstmalige Präsentation zweier originaler Instrumente, seiner Kindergeige und seiner Konzertvioline in Rom, lässt Mozarts Werk und seinen Geist einzigartig erlebbar machen. Die gespielten Instrumente wollen wir auch als ein besonderes Zeichen europäischer Kulturverbundenheit verstehen. Mit dem Pre-College Ensemble Bella Musica, das die wunderbaren jungen Menschen im Geist von Musik, Dialog und Frieden zusammenführt, gewinnt dieses Projekt eine besondere symbolische Kraft. Damit tragen wir Mozarts Vermächtnis in einem lebendigen und zukunftsgerichteten Kontext weiter“, hält Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum fest.

 

Für Wolfgang Amadé eröffnete sich in Italien ein neuer Horizont, Rom beeindruckte den gerade erst 14-Jährigen, er schrieb am 14. April 1770 aus der Ewigen Stadt an seine Schwester Maria Anna: …ich hab die ehr gehabt den hl: petrus seinen fus zu sanctpietro zu küssen, und weil ich das unglück habe so klein zu seÿn, so hat man mich dan als den nehmlichen alten fechsen

Wolfgang Mozart
hinauf gehebt

 

Der junge Mozart trat in Verbindung mit den führenden Denkern, Solisten und Komponisten, die Welt der Oper lag ihm zu Füßen. Dass die Reise der Mozarts von den Gazetten begleitet wurde, löste einen regelrechten Hype um das junge Genie aus, das nicht nur in den Akademien von Verona und Bologna aufgenommen, sondern sogar als Ritter vom Orden des Goldenen Sporn von Papst Clemens XIV. gewürdigt wurde. Leopold Mozart schrieb dazu am 4. Juli 1770 ob dieser Ehrung noch verwundert aus Rom: …wir sollen morgen eine Neuigkeit erfahren, die, wenn sie wahr ist euch in Verwunderung setzen wird. Es soll nämlich der Cardinal Pallavicini ordre haben vom Pabst dem Wolfg: ein ordenskreutz und Diploma zu überreichen. sage noch nicht vieles davon: ist es wahr? – – so schreib ich dir es komenden Samstag. da wir letzlich beÿm Cardinal waren, sagte er etlich mahl zum Wolfg: Signore Cavaliere, wir glaubten es wärs spaß. nun höre, daß es wahr seÿ, und das er morgen uns desswegen eingeladen.

 

Linus Klumpner, Direktor der Mozart-Museen, sieht die Tage in Rom in einem besonderen Kontext: „Als Wolfgang Amadé Mozart im Jahr 1770 Rom besuchte, geschah dies im Lichte einer Reise, die für seine Karriere und Entwicklung maßgeblich waren. Aus dem Wunderkind wurde ein vielbeachteter Komponist, dem höchste Ehren zukamen. Dass wir 256 Jahre später mit einem Besuch im Vatikan auf den Spuren dieser bewegenden Geschichte wandeln, würdigen wir mit dem Spiel zweier Originalinstrumente des Komponisten, die nur in besonderen Ausnahmefällen Mozarts Geburtshaus verlassen. Gemeinsam mit dem Ensemble Bella Musica erwecken wir die Musik des Komponisten an jenem Ort zum Leben, der mit so viel Geschichte aus den Erzählungen der Mozarts verknüpft ist. Ein Ereignis, das es der Stiftung Mozarteum als Bewahrerin von Mozarts Erbe ermöglicht, unvergleichliche und besonders emotionale Einblicke in den Kosmos Mozart zu gewähren. Dass wir dabei neben dem Vatikan auch im Kulturforum der Republik Österreich gastieren, unterstreicht unseren Einsatz für die Kulturdiplomatie, der in dieser Zeit besondere Bedeutung zukommt.“

 

Am Ende der ersten Italienreise Mozarts stand ein phänomenaler Erfolg: Drei Opernaufträge mit dem Mailänder Hoftheater (Teatro Regio Ducale) kamen zustande, Mitridate, re di Ponto (Uraufführung 1770), Ascanio in Alba (Uraufführung (1771) und Lucio Silla (Uraufführung 1772). Ab diesem Moment brannte in Mozart das Feuer für das Singspiel und die Oper. Die Reise nach Italien wurde zu einer Initialzündung, die in bis nach Wien umtrieb, wo Mozart als einer der bedeutendsten Opernkomponisten in die Musikgeschichte einging.

 

Die Pressemitteilung und honorarfreie Fotos können Sie hier downloaden:

 

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