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KONZERTE

Dialoge: Zwischenspiel

Musik der Gegenwart ist und bleibt ein zentraler Bestandteil des Musikfestivals Dialoge, das seit 2005 ein unabdingbarer Programmpunkt im Konzertjahr der Stiftung Mozarteum ist. Das Festival versteht sich in der diesjährigen Ausgabe als „Zwischenspiel“, als Überleitung, die Themen aufnimmt, verarbeitet und mit neuen Themen verbindet.Vom 30. November bis 2. Dezember vereint das Festival Neue Musik unterschiedlicher Künstlergenerationen, Genres, Institutionen und Orte: Werke arrivierter zeitgenössischer Komponisten treffen auf Stücke einer noch ganz jungen Generation, gleichberechtigt und ausgewogen werden viele Komponistinnen in den Blickpunkt gerückt, die Kooperationen mit Salzburger Institutionen wie der Universität Mozarteum und dem Leopold Mozart Institut werden verstärkt und die Musik wandert einerseits in die Stadt hinaus und verbindet sich anderseits mit Literatur. Begleitet werden die Dialoge wieder von einem ausgesuchten Filmprogramm. An den unterschiedlichen Aufführungsorten werden KünstlerInnen, Ensembles und Orchester wie u. a. das œnm, NAMES, das Mozarteumorchester Salzburg, die Camerata Salzburg, der Bachchor Salzburg, Benedict Klöckner, Pekka Kuusisto, Emmanuel Tjeknavorian und der Schriftsteller Franzobel auf der Bühne stehen.

Dialoge - Zwischenspiel

Für den neuen künstlerischen Leiter der Dialoge Andreas Fladvad-Geier ist stilistische Vielfalt ein wichtiges Kriterium für die Programmatik des Festivals. Schon im Eröffnungskonzert am 30. November um 19.30 Uhr im Großen Saal mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Peter Tilling und dem jungen Star-Cellisten Benedict Klöckner wird diese Vielfalt abgebildet. Das Konzert „Aspekte der Moderne“ mit Werken der jüngsten Zeit soll dem Publikum die Möglichkeit geben, gängige (Vor-)Urteile zu überprüfen, über stilistische Gräben zu springen und das Erwartete wie das Unerwartete in neuem Licht zu hören. Große Namen aus der älteren Generation mischen sich mit jüngeren KomponistInnen. Peter Eötvös erinnert sich an Berio, Peter Ruzicka an Wagner und den „Tristan“, Wolfgang Rihm führt Metamorphosen fort. Dai Fukiura und Unsuk Chin halten diese traditionelle Moderne hoch – mit Linien, die wie vom Wind verwehte Spinnweben klingen oder auf filigrane Weise physikalische Phänomene und kosmologische Szenarien schildern. Johannes Motschmann und der amerikanische Komponist Adam Schoenberg hingegen belegen ihre Zeitgenossenschaft mit ganz anderen ästhetischen Einflüssen, Mitteln und Zielen.

Zuvor startet das Festival mit einem Auftakt um 17 Uhr im Solitär der Universität Mozarteum mit einer Diskussionsrunde. Bei der von Hannes Eichmann moderierten Diskussion sprechen der ehemalige Geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele Peter Alward, Universitäts-Rektorin Elisabeth Gutjahr, Stephanie Haase, Director Classics Warner Music Group Deutschland, Kultur-Journalist Karl Harb und Andreas Fladvad-Geier über das Thema „Händler der vier Jahreszeiten – wer bildet unseren musikalischen Geschmack?“. Verfeinert wird das Gespräch durch musikalische Beiträge von NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg. Der Start im Solitär ist auch ein Zeichen, dass die Stiftung Mozarteum die Zusammenarbeit mit der Universität Mozarteum in Zukunft verstärken wird.

Am 1. Dezember ab 15 Uhr findet ein „Ortswechsel“ statt, die Dialoge verlassen den geschützten Konzertraum und tauchen mit kleinen Pop-up-Konzerten bei freiem Eintritt mitten in der Stadt auf. Konnte man zu Zeiten Mozarts Musik nur zu bestimmten Anlässen oder an speziellen Orten erleben, ist man heutzutage rund um die Uhr von Musik umgeben, ja oft der Musik ausgesetzt, ob man will oder nicht. Gerade deswegen ist es so wichtig, dass Musik nicht nur produziert wird, sondern weiterhin KomponistInnen hinterfragen, was Klang ist und die Hintergrund-Musik in den Vordergrund rücken. Das Format „Ortswechsel“ präsentiert Neue Musik am Bahnhof, in Kirchen, Cafés und Museen, so sollen neue, spontane Begegnungen mit zeitgenössischer Musik entstehen.

Sich mit zeitgenössischer Musik auseinander zu setzen heißt aber auch, die ganz jungen Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Im Konzert „2 x hören“ um 17 Uhr im Wiener Saal, welches wiederum von Hannes Eichmann moderiert wird, stellen die drei Komponisten Marco Döttlinger, Oscar Jockel und Josef Ramsauer, allesamt unter 35, ihre Werke vor – darunter ist eine Uraufführung.

Das schon traditionelle Konzert mit dem œnm . österreichisches ensemble für neue musik steht dieses Jahr unter dem Motto „Starke Frauen – eigener Stil“ und wird um 19.30 Uhr im Großen Saal stattfinden. Für Andreas Fladvad-Geier ist dieses Konzert ein besonderes Anliegen, weil „hier ausschließlich Werke von Komponistinnen gespielt werden, was am Beginn des 21. Jahrhunderts leider immer noch eine Seltenheit ist, und weil dieses Projekt von Schulklassen begleitet und von Schülerinnen moderiert wird.“ Aufgeführt werden Werke von Manuela Kerer, Aleksandra Karastroyanova-Hermentin, Elena Mendoza, Clara Ianotta, Eva Reiter, Olga Neuwirth und Liza Lim.

Der 2. Dezember, der Abschlusstag steht, bevor Mozarts „Requiem“ erklingt, ganz im Zeichen von Musik und Literatur: Bei einem sonntäglichen „Brunch-Konzert“ um 11 Uhr im Wiener Saal spielen Studierende des Leopold Mozart Instituts Werke u.a. von Henri Dutilleux, Lera Auerbach, Wolfgang Rihm, Sofia Gubaidulina, Astor Piazzolla, William Christopher Handy, während Christoph Wieschke, Schauspieler am Salzburger Landestheater, Unsinns-Poesie und Dada-Gedichte liest.

Die Dialoge treten auch mit ihrem Geschwisterfestival, der Mozartwoche, in einen Dialog und wie in einem Spiegel werden gegenseitig Themen aufgenommen und von einem anderen Blickwinkel aus beleuchtet. Der international gefeierte junge Geiger Emmanuel Tjeknavorian, der als „Klassik Tjek“ auch eine eigene Radiosendung moderiert, bildet hierbei die Klammer. Spielt er in der Mozartwoche ausschließlich Werke von Mozart, so wird der Geiger bei den Dialogen um 15 Uhr im Wiener Saal Stücke vorstellen, die speziell für ihn geschrieben wurden. Beide Konzerte eint das Zusammenspiel und der Austausch von Musik und Literatur. Sind es auf der einen Seite die Briefe Mozarts, liest bei den Dialogen einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller Franzobel aus seinen Werken.

Das traditionelle Finale der Dialoge geht um 18 Uhr im Großen Saal mit Mozarts „Requiem“ über die Bühne, aufgeführt von der Camerata Salzburg, dem Bachchor Salzburg unter der Leitung von Andrew Manze. Zuvor erklingt Johann Sebastian Bachs „3. Brandenburgisches Konzert“ im Original, danach reflektiert „Bach Materia“ von Anders Hillborg als modernes Echo darauf – eine spielerische Zwischenwelt aus Bach und Jazz, Neuer Musik und den Improvisierkünsten des Widmungsträgers Pekka Kuusisto an der Violine. Den glanzvollen Schlusspunkt setzt Mozarts „Requiem“ KV 626, das letzte, unvollendet gebliebene Zwischenspiel auf dem Weg zum Tod und zugleich in die Unsterblichkeit, besetzt mit den SolistInnen Sarah Fox, Ingeborg Gillebo, Andrew Staples und Douglas Williams.