Konzert

Passagen

Termine
17. Feb. 2023
19:30
Solitär Universität Mozarteum
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oenm

Künstler

  • Johannes Kalitzke (Dirigent)
  • oenm. österreichisches ensemble für neue musik

Programm

Luciano Berio (1925 – 2003)
Différences per cinque strumenti e registrazione stereofonica (1958/59)

Gérard Pesson (* 1958)
„Le Gel, par jeu“ für sechs Instrumente (1991)

Giorgio Musolesi (* 1998)
"memoriale secondo (un mio lamento in danza)" für Ensemble UA (2022)

Sarah Nemtsov (* 1980)
„Landscapes / Desert“ (2010) aus „A Long Way Away/Passagen“ – Musikalischer Roadtrip durch Südost-Kalifornien, Mojave desert für Klarinette, Violoncello, Harfe, Cembalo und Schlagzeug (2010)
 
Hugues Dufourt (* 1943)
„L'Europe d‘après Tiepolo“ für Ensemble (2011)
 

Den Titel dieses Konzerts haben wir von Sarah Nemtsov entlehnt, die einen Zyklus von Ensemblestücken „A Long Way Away. Passagen“ nannte und sich darin u. a. auf Walter Benjamin bezieht. Für dessen Fragment gebliebenes „Passagen-Werk“ ist das Beobachten und Beschreiben von Phänomenen wesentlich, um den sich darin offenbarenden gesellschaftlichen Phänomenen auf die Spur zu kommen. Eine solche Perspektive ist – mit Ausnahme von Berios „Différences“ – allen Werken dieses Programms zueigen: Gérard Pessons „Le Gel, par jeu“, eine Art geisterhafter Totentanz, bezieht sich auf die abgründige Lyrik von Sandro Penna und Emely Dickson: „Ihr Werk, das scheinbar so unterschiedlich ist, wären da nicht die gemeinsame Tiefe und ein ruhiger Ernst, ist in meiner Erinnerung mit der Stadt Rom und den Gärten der Villa Medici verbunden, die ich von den Fenstern meines Arbeitszimmers aus sah.“ Das neue Werk von Giorgio Musolesi ist von Fotografien von Gregory Crewdson, Sabine Weiss und Marion Kalter inspiriert, die etwas mit Pfaden ins Licht zu tun haben können. Sarah Nemtsovs „Landscapes / Desert“ bezieht sich auf eine kalifornische Wüstenlandschaft. Hugues Dufourt schließlich hat einen Zyklus von vier Ensemblestücken komponiert, mit denen er mit einem Meisterwerk der Malerei des Barock in Zwiesprache tritt: Tiepolos Deckengemälde im Treppenhaus der Würzburger Residenz, auf welchem die vier Kontinente Asien, Afrika, Amerika und Europa allegorisch dargestellt sind.