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Stiftung Mozarteum

#kleinePauseMozart

Mit #kleinePauseMozart meldet sich die Stiftung Mozarteum Salzburg aus dem vielfältigen Mozart’schen Kosmos. Da die beiden Mozart-Museen und Salzburgs schönste Konzertsäle bis auf weiteres geschlossen sind, wird die Stiftung Mozarteum nun verstärkt auf digitalem Weg mit der Faszination Mozart für ein wenig Ablenkung sorgen. Ab sofort bietet die #kleinePauseMozart täglich spannende Berichte, Hintergründe und Informationen rund um Mozart.

Viel Infos und Material für Kinder gibt es auf #WegezuMozart

Heute vor 233 Jahren, am 28. Mai 1787 verstarb Leopold Mozart

#kleinePauseMozart

 

Heute vor 233 Jahren, am 28. Mai 1787 verstarb Leopold Mozart in den frühen Morgenstunden im Alter von 67 Jahren. Sein Arzt diagnostizierte eine „Milzverstopfung“. Das Begräbnis erfolgte am Tag darauf und fand am Abend nach der Gebetsstunde in der „Comune-Gruft“ von St. Sebastian statt.

 

Leopold Mozart gehört zweifelsohne zu den interessantesten und vielfältigsten Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit. Er war nicht nur der Verfasser des anerkannten Werkes der „Violinschule“, sondern auch ein begabter Komponist, langjähriger Hofmusiker, Vizekapellmeister, geschickter Notenstecher und Kopist.

 

Zudem war er ein leidenschaftlicher Briefeschreiber . Ihm ist es zu verdanken, dass wir aufgrund der zahlreichen und sehr detailreichen Briefe nicht nur über die Kindheit Mozarts viel in Erfahrung bringen können, sondern auch über das familiäre Leben der Mozarts Bescheid wissen.

 

Leopold Mozart galt als liebevoller Ehemann und Vater, geselliger Gastgeber (man denke nur an die zahlreichen Aktivitäten wie das Bölzlschießen im Tanzmeisterhaus, dem heutigen Mozart-Wohnhaus), gebildeter Leser und großer Freund von Theater- und Opernbesuchen.
Leopold Mozart war in vielem seiner Zeit voraus und kann als Mann der Aufklärung bezeichnet werden.

 

Als er am Pfingstmontag, den 28. Mai 1787 starb, notierte der Freund der Familie, Dominikus Hagenauer in seinem Tagebuch:
„… Der heut verstorbene Vater war ein Mann von vielen Witz und Klugheit, und würde auch ausser der Musick dem Staat gute Dienste zu leisten vermögend gewesen seyn. Seiner Zeit war er der regelmessigste Violinist, von welchem seine zweymal aufgelegte Violinschule Zeugniss gibt …“

 

Wer mehr über den facettenreichen Vater von Wolfgang Amadé Mozart in Erfahrung bringen möchte, besucht am besten unsere virtuelle Tour über die Sonderausstellung Leopold Mozart: Musiker – Manger – Mensch: https://mozarteum.at/museums/mozart-wohnhaus…

 

Das theoretische Werk „Versuch einer gründlichen Violinschule“ von Leopold Mozart ist in der Digitalen Mozart-Edition online verfügbar: https://dme.mozarteum.at/digital-editions/violinschule

Wie viele Reisen unternahm Mozart Zeit seines Lebens?

#kleinePauseMozart

 

Wie viele Reisen unternahm Mozart Zeit seines Lebens? Insgesamt unternahm Wolfgang Amadé Mozart 17 Reisen. Er war 3720 Tage, das sind 10 Jahre, 2 Monate und 2 Tage unterwegs. Die Zeitspanne entspricht ca. einem Drittel seines Lebens. Die erste Reise unternahm er mit 6 Jahren nach München, die letzte Reise führte ihn 3 Monate vor seinem Tod 1791 nach Prag zur Uraufführung seiner Oper „La clemenza di Tito“.

 

Seine Gedanken über das Reisen von Künstlern teilte er 1778 seinem Vater in einem Brief aus Paris mit:

 

„ich versichere sie, ohne reisen | wenigstens leüte von künsten und wissenschaften | ist man wohl ein armseeliges geschöpf! – und versichere sie, daß, wenn der Erzbischof mir nicht erlaubt alle 2 jahre eine Reise zu machen, ich das Engagement ohnmöglich annehmen kann; ein Mensch von mittelmässigen Talent bleibt immer mittelmässig, er mag reisen oder nicht – aber ein Mensch von superieuren Talent | welches ich mir selbst, ohne gottlos zu seÿn, nicht absprechen kan | wird – schlecht, wenn er immer in den nemlichen ort bleibt“ (Wolfgang Amadé Mozart an seinen Vater, 11. September 1778).

 

🌏 Reise 1 München (1762)
🌏 Reise 2 Wien (1762/63)
🌏 Reise 3 Westeuropa (u.a. Paris und London, 1763/66)
🌏 Reise 4 Wien (1767/69)
🌏 Reise 5 Italien (1769/71)
🌏 Reise 6 Italien (1771)
🌏 Reise 7 Italien (1772/73)
🌏 Reise 8 Wien (1773)
🌏 Reise 9 München (1774/75)
🌏 Reise 10 Paris (1777/79)
🌏 Reise 11 München und Wien (1780/81)
🌏 Reise 12 Salzburg (1783)
🌏 Reise 13 Prag (1787)
🌏 Reise 14 Prag (1787)
🌏 Reise 15 Berlin (1789)
🌏 Reise 16 Frankfurt am Main (1790)
🌏 Reise 17 Prag (1791)

 

Den Brief von Wolfgang Amadé Mozart an seinen Vater findest du hier:
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1051

Die Mozarts auf Reisen

#kleinePauseMozart

 

Wolfgang Amadé Mozart ist rund ein Drittel seines Lebens gereist. Das Reisen war zwar beschwerlich, aber das Postsystem war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gut ausgebaut. Postkutschenverbindungen gab es rund um die Uhr, und gereist wurde auch in der Nacht. So dauerte die schnellste Verbindung von Salzburg nach München 29 Stunden. Man fuhr um 8 Uhr früh von Salzburg los und war am nächsten Tag um 13 Uhr in München. Dabei wurde bei insgesamt sechs Stationen Halt gemacht: Waging (13:00), Stein an der Traun (18:00), Frabertsham (21:00), Wasserburg (24:00), Steinhöring (05:00) und Zorneding (09:00). Die Entfernung zwischen den Posten (Poststationen) betrug ca. 25 km. Je nach Jahreszeit konnte man mit einer Reisegeschwindigkeit von 5,5 bis 7,5 km pro Stunde rechnen. Man saß daher zwischen den Stationen 3 1/2 bis 4 1/2 Stunden in der Kutsche. Während der Aufenthalte wurden die Pferde gewechselt und die Reisenden nutzen diese Zeit für eine Pause, in der man speiste oder Kaffee trank.

 

In Italien wurde aufgrund der Hitze oftmals in der Nacht gereist. Dies sollte vor der schlechten Luft, der mal aria (Malaria) schützen. Um rascher vorwärts zu kommen, gab sich Leopold Mozart in Italien manchmal als Haushofmeister des kaiserlichen Gesandten aus und wurde dann bevorzugt bedient.

 

Von Neapel nach Rom fuhren Wolfgang und sein Vater Leopold in einer Sedia, einem kleinen zweirädrigen Reisewagen für zwei Personen und Kutscher, und brauchten somit nur 27 Stunden. Mit diesem leichten Wagen reiste man zwar viel zügiger als mit der Postkutsche, aber auch gefährlicher. Kurz vor Rom gab es einen Unfall, bei dem Leopold schwer am Bein verletzt wurde:

 

„du weist daß 2 Pferd und ein Postillion 3 Bestien sind. auf der Letzten Post nach Rom schlug der Postillion das Pferd, welches zwischen den Stangen gehet, und folglich die Sedia auf dem Rüggen trägt. das Pferd stieg in die höhe, verwickelte sich in dem mehr als spann dieffen Sand und Staub und fiel mit gewalt nach der Seite zu boden, riss folglich den vorderen theil der Sedia mit sich nieder, weil die Sedia nur 2 räder hat. Ich hielt den wolf: mit einer hand zurück, damit er nicht hinausstürzte, mich riss aber der gewalt mit dem rechten fuss mit solchem gewalt an das mittere Eisen des zurückfallenden spritzleders, daß ich das halbe schinbein des rechten fusses fingerbreit aufriss.“
(Leopold Mozart an seine Frau aus Rom, 30. Juni 1770)

 

Das Reisen war so strapaziös, dass man nach der Ankunft im Quartier gründlich ausschlafen musste. Über die Ankunft in Rom schrieb Leopold an seine Frau am nächsten Morgen:

 

Weil wir nun in diesen 27 St:[unden] unserer Reise nur 2 Stund geschlaffen, und nichts als 4 gebrathne kalte Händl im Wagen mit einem Stück brod verzehrt, so kannst du dir unsern Hunger, Durst und schlaf leicht vorstellen. … da wir in unser Zimmer kamen, setzte sich der Wolfg: auf einen sessl nieder und fieng augenblicklich zu schnarchen und so vest zu schlaffen an, daß ich ihn völlig auszog und ins beth legte, ohne daß er nur das mindeste Zeichen gab, daß er wach werden könnte, sondern er schnarchte immer fort, obwohl ich ihn zu zeiten vom sessl aufheben und wieder niedersetzen und endlich gänzlich schlaffend ins beth schleppen muste. als er nach 9 uhr morgens erwachte wuste er nicht wo er war, und wie er ins Beth gekommen; und er . . . lag schier die ganze Nacht auf dem nämlichen Platz.“ (Brief vom 27. Juni 1770).

 

Hier geht es zu den Briefstellen aus dem Text:

 

Brief von Leopold Mozart an seine Frau vom 27. Juni 1770:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=754

 

Brief von Leopold Mozart an seine Frau vom 30. Juni 1770:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=755

 

Hier findet ihr mehr Informationen sowie Abbildungen einer Sedia:
https://giacomo-casanova.de/cato3.htm

Besuch doch mal die Mozarts

#kleinePauseMozart

 

Wir freuen uns sehr, ab Ende Mai Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse und das Mozart-Wohnhaus am Makartplatz wieder für alle Mozartfreunde öffnen dürfen.

 

Das Mozart Wohnhaus öffnet am Pfingstsamstag, den 30. Mai 2020 wieder seine Pforten für euch! Die Öffnungszeiten für Mai und Juni sind jeweils, Samstag, Sonntag und an Feiertagen:
30. Mai bis 1. Juni, 6. & 7 Juni, 11. Juni, 13. & 14. Juni, 20. & 21. Juni und 27. & 28. Juni jeweils 11 bis 16 Uhr.

 

Neu im Programm sind regelmäßige Sonderführungen „Besuch doch mal die Mozarts“ speziell für alle SalzburgerInnen und Umgebung jeweils am Samstag um 14 Uhr im Mozart-Wohnhaus. Das ist eine gute Gelegenheit, für alle einheimischen BesucherInnen mal im kleinen Kreis von maximal acht Personen mehr über die Mozarts und ihre spannende Familiengeschichte zu erfahren.

 

Einen Überblick der Sonderführungen im Mozart-Wohnhaus:

Sa 30. Mai um 14 Uhr: „Besuch doch mal die Mozarts“

Sa 6. Juni um 14 Uhr: „Ganz privat – zu Gast bei der Familie Mozart“

Sa 13. Juni um 14 Uhr: „Nach Gott kommt gleich der Herr Papa!“

Sa 20. Juni um 14 Uhr: „Mozart in love“

Sa 27. Juni um 14 Uhr: „Constanze, Nannerl und Mutter Mozart – Frauenpower im 18. Jahrhundert“

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: museum.service@mozarteum.at

 

Mozarts Geburtshaus, das berühmte gelbe Haus in der Getreidegasse kann ist ebenfalls an den Wochenende und an Feiertagen geöffnet: 6. Juni & 7. Juni, 11. Juni, 13. & 14. Juni, 20. & 21. Juni und 27. & 28. Juni
jeweils von 11 bis 16 Uhr.

 

Die Hygienemaßnahmen in den Kassenbereichen sowie in den Ausstellungsräumen sind in beiden unserer Museen gewährleistet, mehrmals am Tag wird gereinigt und desinfiziert. Ein spezielles Oneway-Leitsystem, das die BesucherInnen sicher durch die Mozartwelt führt, wurde ebenfalls installiert.

 

 

Weitere Informationen findest du hier:
https://mozarteum.at/besuch-doch-mal-die-mozarts

 

Wenn du Fragen zu deinem Museumsbesuch hast, dann kontaktiere uns am besten unter museum.service@mozarteum.at

 

Wir freuen uns auf euch!

Mozart und sein "Vogel Staar"

#kleinePauseMozart

 

Auch in der Tierwelt finden sich einfache Tonfolgen sowie komplexe Arrangements wieder. Wie musikalisch beispielsweise Vögel sind, beweist unter anderem die Amsel, die als Superstar der Singvögel bezeichnet werden kann. Amselmännchen flöten in der Brunft- sowie Brutzeit und sind dabei rhythmusgenau und intonationssicher. Auch können sie aufgeschnappte Melodien in andere Tonlagen transportieren, ausbauen oder sogar verändern, sodass dadurch neue „Eigenkompositionen“ entstehen.

 

Die Musikalität von Vögeln ist auch Wolfgang Amadé Mozart nicht entgangen. So findet man den rhythmischen Gesang von Vögeln in Werken wie zum Beispiel „Ein musikalischer Spaß“ KV 522 wieder.
Mozart ließ sich nicht nur musikalisch von Singvögeln inspirieren, sondern war auch ein großer Vogelfreund. So notierte er am 27. Mai 1784 in seinem Ausgabenbuch, dass er einen „Vogel Stahrl“ für 34 Kreuzer erworben hatte. Darunter schrieb Mozart eine Notenzeile mit dem Thema des 3. Satzes aus dem Klavierkonzert Nr. 17 in G-Dur KV 453, das der Vogel offenbar nachpfeifen konnten. Wolfgang kommentierte dies entzückt mit den Worten: „Das war schön!“

 

Als das Haustier drei Jahre später starb, begrub er es in seinem Garten, errichtete ihm ein kleines Grabmal mit einer Inschrift und verfasste für den geliebten Vogel ein Gedicht:

 

Hier ruht ein lieber Narr,
Ein Vogel Staar.
Noch in den besten Jahren
Mußt er erfahren
Des Todes bittern Schmerz.
Mir blut’t das Herz,
Wenn ich daran gedenke.
O Leser! schenke
Auch du ein Thränchen ihm.
Er war nicht schlimm;
Nur war er etwas munter,
Doch auch mitunter
Ein lieber loser Schalk,
Und drum kein Dalk.
Ich wett‘, er ist schon oben,
Um mich zu loben
Für diesen Freundschaftsdienst
Ohne Gewinnst.
Denn wie er unvermuthet
Sich hat verblutet,
Dacht er nicht an den Mann,
Der so schön reimen kann.
Den 4ten Juni 1787.
Mozart

 

Möglicherweise ließ sich Mozart von dem Gedicht „Abendempfindung“ (eines bislang unbekannten Autors) inspirieren, dessen fünfte Strophe mit dem Zweizeiler beginnt: „Schenk’ auch du ein Tränchen mir, Und pflücke mir ein Veilchen auf mein Grab“. Mozart vertonte das Gedicht drei Wochen später als Klavierlied „Abendempfindng an Laura“ KV 523.
Hier geht es zum Klavierlied KV 523:
https://bit.ly/2SWXHjA

 

Psst: Wer dem rhythmischen Gesang von Amseln lauschen möchte, steht am besten vor Sonnenaufgang auf, denn die Brutzeit der Amseln und der damit verbundene Gesang ist noch bis Juli gut zu hören.

Leopold Mozart an Johann Lorenz Hagenauer, 11. Mai 1768

#kleinePauseMozart

 

Heute vor genau 252 Jahren schrieb Leopold Mozart aus Wien an seinen Vermieter Johann Lorenz Hagenauer in Salzburg. Die Familie befand sich bereits seit fast acht Monaten in Wien. Leopold wollte die auf der Westeuropareise gemachten enormen Fortschritte Wolfgangs am Wiener Kaiserhof präsentieren. Dazu sollte auf Anregung des Kaisers die Vertonung einer Opera buffa dienen. Die Aufführung von „La finta semplice“ KV 51 wurde jedoch immer wieder verschoben, bis sie – zum Ärger von Leopold – schließlich ganz unterblieb. So schmiedete er neue Pläne, die er seinem Freund in diesem vierseitigen Brief unterbreitete: eine Reise mit Wolfgang nach Italien, die sie aber erst Ende 1769 antraten:

 

„Es ist im Gegentheil dieses dasjenige, war mir meine Erlaubniß zur Reise nach Italien erleuchtert; eine Reise die, wenn man alle Umstande in Erwegung ziehet, nun nicht mehr kann verschoben werden, und dazu ich vom Kayser selbst allen Vorschub nach Florenz, in alle Kaÿs:[erliche] Staaten und nach Neapel habe. oder sollte ich vielleicht in Salzb: sitzen in lehrer hofnung nach einem bessern Glück seufzen, den Wolfgang. groß werden und mich und meine Kinder beÿ der Nase herumführen lassen, bis ich zu Jahren komme, die mich eine Reise zu machen verhindern, und bis der wolfg: in die Jahre und denjenigen wachsthum kommt, die seinen Verdiensten die Verwunderung entziehen? Soll mein Kind durch die opera in Wienn den ersten Schritt umsonst gethann haben, und nicht auf dem einmahl so breit gebahnten weg mit starken schritten forteilen?“.
Vermutlich in Zusammenhang mit der geplanten Italienreise denkt Leopold Mozart auch darüber nach, sein erfolgreiches musikpädagogisches Lehrwerk „Versuch einer gründlichen Violinschule“ ins Italienische übersetzen zu lassen. Dieses Vorhaben wurde letztlich aber nicht umgesetzt.

 

Da die Familie viel länger als geplant in Wien verweilte, bittet er Johann Lorenz Hagenauer, ihnen schöne, sommerliche Kleider nach Wien zu schicken, darunter kostbare Stücke, die sie während der großen Westeuropareise gekauft hatten:

 

„Ich muß demnach bitten mein seidenes Lyoner kleid, Mein rothes zeugenes Kleid |  so ich zur rückreise nötig habe  und das Camelottene weisgraue kleid des Wolfg: die 2 Persene kleider meiner fr: und meiner Tochter, und wenn sie den gewissen frauenzimmer hut, mit dem flohr über das gesicht finden, der in der grossen runden hutschachtel seÿn wird, mit dem nächsten Postwagen herunterzuschicken. ich will alles hier in eine Reihe hersetzen. 1. Mein seidenes Lyonerkleid Rock Camisol und 2 paar hosen 2. Mein rothes zeugenes kleid. Rock und Camisol. … 3. des wolfgang: Camelotenes kleid – Rock – hosen und Camisol. finden sie noch ein Sommer Camisol, so legen sie es nur dazu. 4. die 2 Persene kleider meiner fr: und tochter. Meine Fr: last bitten zu sorgen, daß es nach der Regula de tri zusammgelegt wird. Sie glaubt die Jungf: Rosalie Joly würde wohl die Mühe übersich nehmen. 5. und Endlich, da sie so viele hütte für die Sonne haben, so wäre es gut wenn einer oder 2 mitlauffen könnten. … Ich bitte von des wolfg: rothen und kerschfarben kleid, und von meinem englischen rothbraunen Kleid einen fleck der übrigen bagage beÿzulegen.“

 

Den ganzen Brief vom 11. Mai 1768 zum Nachlesen finden Sie hier: https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=691

 

Übrigens: Die Oper „La finta semplice“ KV 51 wurde dann doch noch aufgeführt, und zwar 1769 am Salzburger Hoftheater. Das dafür gedruckte Libretto findet ihr hier:
https://gallica.bnf.fr/…/b…/f3.image.r=la%20finta%20semplice

 

Wir wünschen allen Mamas einen wunderschönen Muttertag

#kleinePauseMozart

 

Muttertag wurde zu Lebzeiten von Mozart noch nicht gefeiert, die Tradition eines festen Ehrentages hielt erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in die westliche Welt.

 

Wolfgang Amadé Mozart hatte ein inniges Verhältnis zu seiner Mutter. Es wurde jäh beendet, als sie während der gemeinsamen Reise unerwartet am 3. Juli 1778 in Paris starb.

 

Aus vielen Briefen Wolfgangs wird deutlich, wie sehr er seine Mutter liebte und verehrte. So schickte er ihr von der ersten Italien-Reise mit seinem Vater Leopold am 21. Juli 1770 aus Bologna folgenden Gruß zum Namenstag:

 

„… wünsche das die mama noch möge viel 100 Jahr leben, und imer gesund bleiben, welches ich imer beÿ gott verlange, und bette alle tag und werde alle tag fleissig für ihnen beÿde betten. Ich kan ohnmöglich mit etwas aufwarten, als mit etlichen loreto glökeln und kerzen und häubeln, und flöhe, wenn ich zurückkome, inzwischen lebe die mama wohl …“

 

Während des längeren Aufenthaltes in Mannheim 1777/78 auf dem Weg nach Paris unternahm Wolfgang mit Aloisia Weber und ihrem Vater einen Ausflug nach Kirchheimbolanden. Auf dem Rückweg schrieb er am 31. Januar 1778 aus Worms der in Mannheim zurückgebliebenen Mutter ein übermütiges Gedicht:

 

Madame Mutter!
Ich esse gerne Butter.
Wir sind Gottlob und Dank
Gesund und gar nicht krank.
Wir fahren durch die Welt,
Haben aber nit viel Geld;
Doch sind wir aufgeräumt
Und keins von uns verschleimt.

 

Er schließt es wie folgt:

 

Mit meiner Poesie; nur will ich Ihnen sagen
Daß ich Montag die Ehre hab, ohne viel zu fragen,
Sie zu embrassiren und dero Händ zu küssen,
Doch werd‘ ich schon vorhero haben in die Hosen geschißen.
à dieu Mamma
Dero getreues Kind
ich hab‘ den Grind
Trazom.

 

🌼 Wir wünschen allen Mamas einen wunderschönen Muttertag 🌼

 

Hier könnt ihr den ganzen Brief von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart an Anna Maria Mozart nachlesen: https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=760

 

Den Gruß von Mozart an seine Mutter findet ihr auf der dritten Seite des Briefes.

 

Das Gedicht in voller Länge findet ihr hier: https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=976

Wer steckt eigentlich hinter den wunderbaren Illustrationen rund um die Mozartwoche?

#kleinePauseMozart

 

Wer steckt eigentlich hinter den wunderbaren Illustrationen rund um die Mozartwoche, wie dem singenden Frosch, den roten Seepferdchen, die eine Kutsche voller Instrumente ziehen oder der violinspielenden Heuschrecke?

 

Wir möchten euch heute den jungen Salzburger Künstler und Illustrator Philipp Pontzen vorstellen, welcher die fabelhaften Illustrationen für die Mozartwoche 2020 und 2021 sowie Loteriá Mozartiana für unsere Abteilung Publikationen angefertigt hat.

 

Alles begann mit einem Treffen zwischen Philipp, Angelika Worseg und Rolando Villazón, Intendant der #Mozartwoche, in dem grobe Ideen besprochen wurden. Bei dem nächsten Treffen hatte Philipp Pontzen den fertigen „singenden Frosch“ in der Tasche und präsentierte die Farb-Illustration unserem Intendanten.

 

Philipp erzählte in diesem Zusammenhang, dass er sich noch sehr gut daran erinnere, wie er das Bild aus der Mappe holte und an Rolando Villazón übergab. Dieser betrachtet das Bild und war von den Illustrationen des jungen Künstlers begeistert.

 

Wir sind derselben Meinung wie unser Intendant. Die Illustrationen von Philipp Pontzen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern greifen das jeweilige Thema der Mozartwoche auf und spiegeln dieses wider. Insgesamt gibt es 76 Farb-Illustrationen, 63 kleine Strichzeichnungen und zwei Daumenkinos.

 

Weitere Infos zu Philipp Pontzen und seinen Illustrationen findet ihr hier:
www.pontzen.com
www.facebook.com/PontzenPictures
www.instagram.com/PontzenPictures

Sowohl Mozart als auch seine Schwester Maria Anna haben nie eine Schule besucht

#kleinePauseMozart

 

Sowohl Mozart als auch seine Schwester Maria Anna haben nie eine Schule besucht. Den Unterricht, nicht nur den musikalischen, übernahm Vater Leopold Mozart, der selbst eine exzellente Universalbildung besaß und einen modernen, aufklärerischen Zugang zu Erziehungsfragen hatte. Neben den Grundkenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen erhielt Wolfgang auch Unterricht in Italienisch, Französisch und Latein. Zum Unterricht gehörten gewiss auch die wichtigsten Kenntnisse in Geschichte, Geografie und Literatur. Gleiches dürfen wir für die Ausbildung von Maria Anna annehmen, denn Leopold war überzeugt, „daß man nicht genug für die Erziehung der Jugend sorgen kann, an der das ganze zeitliche und ewige Wohl ohnwidersprechlich liegt“ (Brief an die Tochter vom 28. Juli 1786). Durch eine gute Ausbildung, egal in welchem Fach, sollten Kinder später in der Lage sein, für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen zu können. Umfangreiches Wissen erhielten die beiden Kinder nicht zuletzt auf der großen, dreieinhalbjährigen Westeuropareise u.a. durch Besuche von Sehenswürdigkeiten, Kunstkammern, Naturalienkabinetten, Zoos und vielem anderen mehr — unschätzbare Erlebnisse und Erfahrungen, die den meisten Kindern ihrer Zeit nicht vergönnt waren.

 

Ab dem heiratsfähigen Alter kam bei Maria Anna das Erlernen haushälterischer Fähigkeiten hinzu, für deren Vermittlung natürlich die Mutter zuständig war.

 

Der Musikunterricht oblag Leopold Mozart, der zeit seines Lebens viele Privatschüler hatte. Maria Anna erhielt mit sieben Jahren den ersten Klavierunterricht, immerhin drei Jahre früher, bevor Johann Sebastian Bach mit der Musikausbildung seiner Söhne begonnen hatte. Da sich bei Wolfgang schon im Alter von drei Jahren das außerordentliche musikalische Talent zeigte, begann der Vater mit der Ausbildung bei ihm viel früher. Aus den Erinnerungen der Schwester geht hervor, dass ihr Bruder weder zum Komponieren noch zum Üben gezwungen werden musste, im Gegenteil, man musste ihn davon abhalten, sonst wäre er Tag und Nacht am Klavier gesessen. Diese Besessenheit drückte sich auch in anderen Bereichen aus. Als er zum Beispiel Rechnen lernte, bedeckte er in seinem Eifer das gesamte Mobiliar mit Kreideziffern. Nach Maria Anna hatte Wolfgang als Kind die „Begierde alles zu lernen, was er nur sahe“.

 

Den Brief von Leopold Mozart vom 28. und 29. Juli 1786 an seine Tochter findet ihr hier:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1539

Opera buffa

#kleinePauseMozart

 

„Wieder ein kleines Briefchen!“ – so beginnt der Brief von Wolfgang Amadé Mozart an seinen Vater Leopold am 7. Mai 1783.

 

In dem Brief schilderte er seinem Vater, dass er intensiv auf der Suche nach einem italienischen Textbuch für eine Opera Buffa sei: „ich habe leicht 100 – Ja wohl mehr bücheln durchgesehen – allein – ich habe fast kein einziges gefunden mit welchem ich zufrieden seÿn könnte […]“

 

Der Begriff Opera buffa ist italienisch und bedeutet so viel wie scherzhafte oder komische Oper. Den Gegensatz dazu bildet die Oper seria, welche als ernste Oper verstanden werden kann. Für diese Gattung wurden oft mythologische oder heroische Inhalte verarbeitet, die mit einer Herrscherfigur in Verbindung gebracht wurden, wie zum Beispiel in „La clemenza di Tito“ (Text von Pietro Metastasio, 1734).

 

In seinem Brief erwähnt Wolfgang Amadé Mozart auch zum ersten Mal den italienischen Dichter Lorenzo Da Ponte, mit dem er mehrmals zusammenarbeiten sollte. So schrieb Wolfgang an seinen Vater: „und wenn sich schon ein dichter mit diesem abgeben will, so wird er vieleicht leichter ein ganz Neues machen. – und Neu – ist es halt doch immer besser. – wir haben hier einen gewissen abate da Ponte als Poeten. – dieser hat nunmehro mit der Correctur im theater rasend zu thun. – muß per obligo ein ganz Neues büchel für dem Salieri machen. – das wird vor 2 Monathen nicht fertig werden. – dann hat er mir ein Neues zu machen versprochen; – wer weis nun ob er dann auch sein Wort halten kann – oder will! – sie wissen wohl die Herrn Italiener sind ins gesicht sehr artig! – genug, wir kennen sie! – ist er mit Salieri verstanden, so bekomme ich mein lebtage keins – und ich möchte gar zu gerne mich auch in einer Welschen [italienschen] opera zeigen.“

 

Die herausragende Eigenschaft Da Pontes als Librettist war seine Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse des jeweiligen Komponisten. Die drei berühmten Opern „Le Nozze di Figaro“, „Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ sind das Ergebnis dieser kongenialen Zusammenarbeit zwischen Wolfgang Amadé Mozart und Lorenzo Da Ponte.

 

„Don Giovanni“ wird im Rahmen der Mozartwoche 2021 zu erleben sein. Sir András Schiff wird „Don Giovanni“ als Oper Konzertant mit einem fulminanten Cast in die Felsenreitschule bringen.
Infos dazu findet ihr hier: https://bit.ly/2YHWb8Q

 

Nun möchten wir gerne von Ihnen wissen, welche Form der Oper Sie bevorzugen? Die Opera buffa oder die Opera seria?

 

Den Brief von Wolfgang Amadé Mozart an seinen Vater vom 7. Mai 1783 findet ihr hier:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1313

Von Salzburg bis nach Maria Plain

#kleinePauseMozart

 

Im Rahmen der Sonderausstellung „Leopold Mozart: Musiker – Manager – Mensch“ zum 300. Geburtstag haben wir viele unterschiedliche Facetten von Mozarts Vater kennengelernt.

 

Durch seine zahlreichen Briefe wissen wir beispielsweise, dass Leopold Mozart in seiner Freizeit nicht nur leidenschaftlich dem Bölzlschießen frönte, sondern auch ein begeisterter Spaziergänger war. Im fortgeschrittenen Alter ging er täglich um die Mittagszeit anderthalb Stunden spazieren, eine gesunde Angewohnheit, die er auch seiner Tochter Maria Anna in St. Gilgen empfahl, denn es sei „wirkl:[ich] traurig, wenn man keine Spaziergänge hat.“

 

Gern lief er von Salzburg bis nach Maria Plain; die ca. 5 km Fußweg bewältigte er in 45 Minuten: „Nachmittag bin ich nach Maria Plain spaziert, hab dann den P:[ater] Vital besucht, bin um halbe 5 uhr fortgegangen, und war um viertl nach 5 uhr schon zu Hause.“ (Brief an die Tochter, 16. November 1785).

 

Als Tochter Maria Anna noch in Salzburg lebte, ging sie auch nahezu täglich spazieren, mit ihrem Bruder, ihrem Vater oder ihren Freundinnen, oft auch in Begleitung des Hundes Pimperl. Die Spaziergänge hielt sie in ihren Tagebuch fest. Einer der vielen Einträge lautet: „um 7 uhr spatzieren mit dem Papa und Pimperl“ (27. August 1780). Beliebte Ziele waren der nahe Mirabellgarten, man ging aber auch auf den Kapuziner- oder auf den Mönchsberg.

 

Manchmal dehnte Leopold die Spaziergänge sogar bis zu vier Stunden aus: „ich [bin] beÿm schönsten warmen Wind und Wetter von halbe 2 uhr bis halbe 6 uhr spazieren gegangen. und zwar von unserm Thörl, um die ganze Schanz bis zum Lintzerthor, – von da in die Gnigel in die Kirche: dann zurück bis zum Strasserhof, wo ich in den Fürstenweg hinein gieng, und bis zum DietrichsteinHof, von dort zuruk in Weiserhof spazierte; dann zum Uhrmacher häusel, und von da über beyde Feldweege bis zum Lintzer Thor, dann bis zum Mirabellthor und herüber zu unserm LödereiThörl.“ (Brief an die Tochter, 24. bis 26. November 1785)

 

Leopold Mozart machte also einen ausgedehnten Spaziergang nach Gnigl und dann durch Schallmoos, beides damals eigenständige Orte. Die meistern der erwähnten Bauten stehen heute nicht mehr. So wurden alle im Brief genannten Stadttore im Zuge der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert abgerissen.

 

Das Linzer Tor war eines der Haupttore, durch das die Post- und Landstraße nach Österreich führte. Das davorliegende ehemalige Gnigler Moor war unter Erzbischof Paris Lodron trockengelegt worden. In der Folge entstanden dort einige prächtige „Höfe“ mit repräsentativen Landhäusern und Gärten von einflussreichen Salzburger Familien, darunter Graf Dietrichstein und Bürgermeister Weiser. Das Haus mit der Rokokofassade des Robinig-Hofes, wo auch die Mozarts oft zu Besuch waren, ist heute noch zu bewundern (Robinigstraße 1). Das Uhrmacherhäusel befand sich außerhalb des Mirabelltores bei der öffentlichen Schießstätte, die ebenfalls nicht mehr existiert.

 

In einem detailreichen Brief vom 13. September 1764 aus Chelsea an den Freund Johann Lorenz Hagenauer beschreibt Leopold Mozart einen langen, nicht ganz freiwilligen Spaziergang durch das große London zum Hause eines Lords. Da an einem Sonntagabend keine Kutschen mehr zu haben waren, mietete er für die Kinder eine Sänfte und beschloss selbst zu laufen: „Es war der schönste und heisseste Tag [8. Juli]. ich ließ einen Tragsessel kommen; setzte beÿde Kinder hinein, und ich gieng zufuß hinten darein, weil das Wetter so ausserordentlich schön ware: allein ich dachte nicht, wie geschwind hier die sesselträger gehen; ich erfuhr es aber. ich kann zimmlich gehen, sie wissen es, und das Fleisch hindert mich im gehen keinesweegs. Kurz bis wir zu Mylord Teneth kammen, glaubte ich öfters es wäre unmöglich mehr zu folgen: Denn London ist nicht Salzburg. ich kam demnach in den grösten Schweis den man haben kann.“ So gesund Leopold das Spazieren empfand, dieser Ausflug endete mit einer lebensgefährlichen Erkältung, von der er sich wochenlang in Chelsea erholen musste.

 

Einblicke in die Sonderausstellung „Leopold Mozart: Musiker – Manager – Mensch“ findet ihr hier:
https://mozarteum.at/museums/mozart-wohnhaus/…

 

Brief von Leopold Mozart an Maria Anna Mozart, 16. und 18. November 1785:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1470

 

Brief von Leopold Mozart an Maria Anna Mozart, 24. bis 26. November 1785:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1474

 

Brief von Leopold Mozart an Johann Lorenz Hagenauer, 13. September 1764:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=650

Wir stellen vor - KV 2

#kleinePauseMozart

 

Wir haben euch vor einigen Tagen (am 24. April) das Köchel-Verzeichnis vorgestellt – unsere kaufmännische Geschäftsführung hat uns im Zuge dessen, das Menuett G-Dur für Klavier KV 1 präsentiert. Die Klavierstücke KV 1a–1d gelten als die ersten erhaltenen Werke unseres Lieblingskomponisten Wolfgang Amadé Mozart. KV 1a–1d zeigen, wie vielfältig das musikalische Erscheinungsbild und wie geschickt Mozart bereits ganz am Anfang seiner Komponistenlaufbahn war.

 

Wie die übrigen frühen Stücke von Wolfgang Amadé Mozart wurde KV 2 wahrscheinlich von seinem Vater aufgezeichnet. Das „Original“ befand sich in den 1820er-Jahren noch im Notenbuch von Mozarts Schwester Maria Anna, genannt Nannerl. Es ist aber seither verloren gegangen.

 

Glücklicherweise hat Georg Nikolaus Nissen, der zweiter Ehemann von Constanze Mozart, das Stück in seiner Biographie W. A. Mozart’s (Leipzig 1828) abgedruckt; als Entstehungsdatum gibt Nissen den Januar 1762 an. Wolfgang war also gerade einmal sechs Jahre alt! Das Menuett KV 2 steht formal noch in engem Zusammenhang mit dem Menuett KV 1d aus dem Dezember 1761; es umfasst 24 Takte und ist in regelmäßigen Vierteltaktphrasen aufgebaut.

 

Unser kaufmännischer Geschäftsführer Tobias Debuch stellt uns in diesem Video das Menuett F-Dur für Klavier KV 2 vor.

 

 

Wer also mehr über KV 2 erfahren möchte – schaut Euch das Video an und lasst Euch auch von wunderbaren Klavierklängen entzücken.

 

Den Notentext von KV 2 in der Neuen Mozart-Ausgabe findet Ihr hier:
https://dme.mozarteum.at/nmaonline/

 

 

Das gesellschaftliche Leben im 18. Jahrhundert

#kleinePauseMozart

 

Die Stadt Salzburg, Sitz eines fürsterzbischöflichen Hofes, zählte im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ungefähr 16.000 Einwohner. Innerhalb der Bevölkerungsstruktur spielte die große Gruppe der Geistlichen eine wichtige Rolle. Kaum ins Gewicht fielen hingegen die wenigen ansässigen Adelsfamilien in der Stadt. Zwischen Adel und Bürgertum herrschte ein zwangloserer gesellschaftlicher Umgang als in anderen großen Residenzstädten wie zum Beispiel in Wien. So pflegte auch die Familie Mozart gute Kontakte zu zahlreichen adeligen Familien wie den Lodrons oder den Lützows, für die Wolfgang zu verschiedenen Anlässen Musik komponierte. Das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben des Bürgertums wurde von wenigen Großkaufleuten und Handelsherren dominiert. Stellvertretend seien hier Namen wie Haffner, Spängler, Späth, Freysauff, Hagenauer, Robinig und Gschwendtner angeführt, Familien, die zum Bekannten- und Freundeskreis der Mozarts zählten.

 

Neben den täglichen Abendmusiken und gelegentlichen Opernaufführungen bei Hofe sowie den bürgerlichen Hauskonzerten trug wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt das Universitätstheater mit seinen benediktinischen Schuldramen bei, für die sowohl Leopold als auch Wolfgang Amadé Mozart Kompositionsaufträge erhielten. Ebenso wichtig war das 1775 im ehemaligen Ballhaus, wo bis dahin Ballspiele und Theateraufführungen stattfanden, erbaute Hoftheater, das die Familie Mozart gern besuchte. Der im selben Jahr unter Hieronymus Colloredo errichtete Redoutensaal im Rathaus diente in erster Linie für Bälle, die den ganzen Fasching hindurch, meist zweimal in der Woche, stattfanden. Dort trafen sich der Hof, der Adel und die Oberschicht des Bürgertums. Auch die Mozarts waren häufig bei diesen Maskeraden anzutreffen. In den landesfürstlichen Reitschulen wurden Turniere veranstaltet. Man besuchte das Steintheater (Steinernes Theater oder auch Felsentheater genannt) in Hellbrunn, war Mitglied bei diversen Schützenkompanien und wetteiferte beim Bölzlschießen. Gesellschafts- und Kartenspiele waren im privaten Rahmen äußerst beliebt. Die einfachen Leute vergnügten sich in den zahlreichen Wirts- und Brauhäusern der Stadt, oder man traf sich auf den jährlich stattfindenden Jahrmärkten mit ihren Reitvorführungen, Gauklern und Seiltänzern.

Ariane Haering & Benjamin Schmid präsentieren THE VIENNA RECITAL

#kleinePauseMozart

 

Das Musikerpaar Ariane Haering & Benjamin Schmid präsentiert in Ihrem „THE VIENNA RECITAL“ genannten Konzert ein abwechslungsreiches und virtuoses Programm mit Werken von Mozart, Franz Schubert und Fritz Kreisler. Die Kompositionen sind entweder in Wien entstanden oder vom Wiener Geiger Fritz Kreisler bearbeitet oder selbst geschrieben worden.

 

Dieses bisher unveröffentlichte Material aus unserem Großen Saal haben wir von dem Musikerpaar erhalten und möchten es Euch exklusiv bis zum 17. Mai online zur Verfügung stellen.

 

Der klingenden Vormittag des Salzburger Geigers Benjamin Schmid und seiner Frau, der international renommierten Pianistin Ariane Haering beginnt mit Mozarts dreisätziger Sonate KV 306, seine einzige mit einer ausgeschriebenen Kadenz für beide Instrumente, was auf einen orchestralen Hintergrund schließen lässt – angeblich war sie als Doppelkonzert konzipiert. Ein wunderbare Sonate mit einem ungemein berührenden d-moll Variationensatz in der Mitte und vor allem mit einem dritten Satz, „mit Tempo di Menuetto“ überschrieben, den der berühmte Musikwissenschaftler Alfred Einstein als „Balsam auf eine wunde Seele“ bezeichnete und meint, dass „ein solcher Satz wirklich «einzig in seiner Art» ist, nicht nur unter Mozarts Zeitgenossen, sondern auch sämtlichen Nachfahren.

 

Darauf folgt ein Gipfel der Gattung: Schuberts Fantasie C Dur D 934, sie ist in der Duoliteratur ein einsamer Monolith: tiefestgehend und hochvirtuos zugleich. Franz Schubert wurde zu seinen virtuosesten Violinwerken durch einen exorbitanten Geiger inspiriert, den „böhmischen Paganini“ Josef Slawik. Bei der Uraufführung 1828 leerte sich der Saal. Denn zu ungewohnt war das Werk für damalige Ohren, heute haben wir es als Meisterwerk erkannt. Beide Werke sind zentrale Stücke des Repertoires des Duos, die schon als Traumpaar der klassischen Musik bezeichnet wurden.

 

Im zweiten Teil erklingen Werke von Fritz Kreisler beziehungsweise Bearbeitungen des Wiener Geiger-Komponisten. Sie gipfeln in der leider immer noch zu selten gespielten „Viennese Rhapsodic Fantasietta“:, Fritz Kreislers letzte Komposition, die er in den Jahren 1941 und 1942 schuf und in der er von New York aus auf das Wien seiner Kindheit und Jugend zurückblickte, während es unter den Bomben des Zweiten Weltkrieges gerade in Schutt und Asche zu zerfallen schien; sie ist ein am Ende eines Geigerlebens geschriebenes Kompendium des Komponisten Kreisler: wirklich genial in seiner kunstvollen Wiener Fantasie – vor allem in harmonisch – modulatorischer Hinsicht. Das Werk Fritz Kreislers ist vor allem Benjamin Schmid seit jeher ein grosses Anliegen – über seinen üblichen Zugabenstatus hinaus.

 

Hier geht es zu den Konzerten:

 

Part 1: https://youtu.be/J3XuRnEIqJs

Benjamin Schmid, violin Ariane Haering, piano Mozart Sonate K377, 1. Allegro, 2. Andante con variazioni, 3.Tempo di Menuetto Schubert Fantasie C, D 934

 

Part 2: https://youtu.be/EG4foK2yOmw

Benjamin Schmid, violin Ariane Haering, piano Live Salzburg Recital, part 2 Fritz Kreisler: Arrangements and Originals – J.S. Bach: Prelude – N. Paganini: La Campanella – C. Scott: Lotusland – F. Kreisler: Viennese Rhapsodic Fantasietta“

"Oeuvres complettes“ aus 1798 - Ausgabe mit Klavierstücken von Wolfgang Amadé Mozart

#kleinePauseMozart

 

Heute geht es in unsere wunderschöne Bibliotheca Mozartiana. Unsere Bibliothek befindet sich im ersten Stock des historischen Mozarteums in der Schwarzstraße und umfasst etwa 35.000 Literaturtitel (Bücher, Aufsätze) und mehr als 6.000 Musikalien. Die Bibliotheca Mozartiana ist die weltweit größte Spezialbibliothek über Wolfgang Amadé Mozart – zahlreiche Bücher geben Einblicke in das Leben und das Schaffen des großen Komponisten.

 

Armin Brinzing, Leiter unser Bibliotheca Mozartiana, stellt euch heute etwas ganz Besonderes vor. Dafür nimmt er uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und stellt uns die „Oeuvres complettes“ vor. Die „Oeuvres complettes“ aus 1798 sind eine Ausgabe mit Klavierstücken von Wolfgang Amadé Mozart. Der historische Notenband ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern es gibt auch eine spannende Geschichte dazu.

Mehr dazu im Video 😉

 

 

Mehr zu unserer Bibliotheca Mozartiana findet ihr hier:
https://mozarteum.at/bibliotheca-mozartiana/#info

 

Die „Oeuvres complettes“ aus 1798 sind ebenso online zugänglich:
https://resolver.obvsg.at/urn:nbn:at:at-moz:2-63316

 

Den Online Katalog der Bibliotheca Mozartiana findet ihr hier:
https://bibliothek.mozarteum.at/

 

Weitere Infos über Breitkopf & Härtel sind hier zu finden:
https://bit.ly/35q8N5O

 

PS: Ihr hört das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur (KV 299) von Wolfgang Amadé Mozart

Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün

#kleinePauseMozart

 

„Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün, und lass mir an dem Bache, die kleinen Veilchen blüh’n…“ – So beginnt die erste Strophe des Liedes Sehnsucht nach dem Frühlinge KV 596, das Wolfgang Amadé Mozart am 14. Januar 1791 vertonte. Der Text stammte von Christian Adolf Overbeck, einem Juristen, Diplomaten, Dichter und späteren Bürgermeister von Lübeck. Gemeinsam mit zwei weiteren Liedkompositionen (KV 597 und 598) erschien das Frühlingslied Mozarts in der Liedersammlung für Kinder und Kinderfreunde am Clavier, die Placidus Partsch beim Wiener Musikverlag Ignaz Alberti herausgab. Es sind Mozarts letzte Lieder.

 

Das Frühlingslied zum Anhören findest du hier:
https://bit.ly/2Sdo58t

 

PS: Sehnsucht nach dem Frühlinge KV 596 trug Mozart am 14. Januar 1791 zusammen mit den zwei anderen, am selben Tag entstandenen „teutsche[n] Lieder[n]“ in sein eigenhändiges Werkverzeichnis ein. Den Eintrag könnt ihr hier sehen: http://www.bl.uk/manuscripts/Viewer.aspx…

 

Übrigens: Am 1. Mai 1784 kaufte sich Mozart in Wien für 1 Kreuzer „Zwey Mayblumel“. Wir wünschen einen schönen Maifeiertag!

Hatten die Mozarts Dienstboten?

#kleinePauseMozart

 

Unsere Museumspädadogen werden oft bei Rundgängen durch die Mozart-Museen gefragt, ob die Familie Mozart Dienstboten hatte?

 

Ja! Ob auf Reisen oder daheim in Salzburg, die Mozarts hatten Diener oder Mägde, die sich um ihre Kleider und Frisuren kümmerten und den Haushalt in Gang hielten. Die dienstälteste Magd im Haushalt dürfte das Nandl, eigentlich Maria Anna Pietschner (1732-1805) gewesen sein, die sowohl in der Getreidegasse (Mozarts Geburtshaus) als auch im Haus am Makartplatz (Mozart-Wohnhaus) ihren Dienst verrichtete. Sie taucht erstmals 1769 in der Familienkorrespondenz auf.

 

Auf der großen Westeuropareise begleitete die Mozart-Familie anfangs Sebastian Winter, der sie aber im Frühjahr 1764 in Paris verließ und in den Dienst des Fürsten von Donaueschingen überwechselte. Leopold Mozart stellte ihm am 2. März 1764 ein gutes Zeugnis aus. Als Ersatz für ihn wurden Jean Pierre Potivin und Giovanni Porta eingestellt. Beide Bedienstete nahm Leopold Mozart 1764 nach London mit. Darüber berichtete er dem Ehepaar Hagenauer am 4. März 1764: „Den 3.ten ist unser Bedienter Sebastian Winter von hier mit der Landkutschen über Strassburg nach Donaueschingen abgegangen. Er ist als Friseur in die Dienste des t: d: Herrn Fürsten von Fürstenberg getretten, und ich habe einen anderen Friseur nahmens Jean Pierre Potivin aufgenommen, er spricht auch gut Teutsch und Französisch, denn er ist in Elsass Zabern gebohren. Nun muß ihn kleiden lassen, wiederum eine grosse Ausgaabe!“
Noch auf der Heimfahrt bat Leopold Frau Hagenauer im November 1766 aus München, ihnen eine gute Dienstmagd für daheim zu besorgen; vermutlich wurde wieder das Nandl eingestellt. Dann gab es noch Thresl, eigentlich Theresia Päncklin (geb. 1738), aus Linz und die Magd Monica. Monica ging, nachdem Nannerl 1784 nach St. Gilgen geheiratet hatte, als Köchin in den dortigen Haushalt.

 

Gutes Personal zu finden war offenbar auch damals schwierig. Die Briefe der Mozarts enthalten oft Klagen, statt Lobeshymnen auf ihre Mägde; es galt, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: „der Magd der Tresel thut es verflucht spannisch vorkommen, daß die Nannerl in der Küche immer nachsieht, und sie über die unsauberkeit alle tage ganz erschröcklich herunterbutzt. Sie lasst ihr nicht das mindeste hingehen. und wenn sie eine Lüge sagt, so sagt ihr die Nannerl den Augenblick, daß sie eine Unwahrheit gesagt habe. kurz! die tresel macht erstaunlich grosse Augen…“ (Brief vom 5. und 6. Oktober 1777 von Leopold Mozart an Sohn und Ehefrau) https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=907

 

Wolfgang und Constanze hatten in Wien eine Magd aus Salzburg, Lisl Schwemmer. Sie war Thresls Cousine und erlangte in den Mozartbriefen „Berühmtheit“, da sie sich gemeinsam mit ihrem Liebhaber in Mozarts Wohnung betrank. Dann gab es noch die Lorl und eine Dienstmagd namens Sabine, die vermutlich noch Constanze zur Hand ging, als diese schon Witwe war. Während ihrer langen Kuraufenthalte kümmerte sich auch Joseph Deiner, der eigentlich Kellner in Wolfgangs Stammlokal „Die ungarische Krone“ war, um Mozart.

 

Wer sich als Dienstmädchen bewarb, durfte nicht „caressieren“, das heißt keinen Liebhaber haben, und musste verschiedene Frisuren flechten können, etwa einen chenion, einen Knoten im Nacken. Den Mägden oblag das Holz- und Wassertragen, das Feuermachen und Einkaufen. Ihr Jahreslohn betrug ungefähr 12 Gulden (ca. 276 €), zum Vergleich: Leopolds Violinschule kostete 1 Gulden 45 Kreuzer, ein Brotlaib 8 ½ Kreuzer. 60 Kreuzer waren ein Gulden.

 

Hier findet ihr den Brief von Leopold Mozart an das Ehepaar Hagenauer vom 4. März 1764 aus Paris:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=640

 

Den Brief Leopold Mozarts an seinen Sohn und seine Ehefrau vom 5. und 6. Oktober 1777 könnt ihr hier nachlesen:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=907

Wie hielt die Familie Mozart auf Reisen Kontakt?

#kleinePauseMozart

 

Dass die Familie Mozart viel auf Reisen war, ist kein großes Geheimnis. Wolfgang Amadé Mozart selbst verbrachte ein Drittel seines Lebens auf Reisen. Doch wie hat man ohne Internet und Smartphones Kontakt zu den Liebsten daheim gehalten?

 

Die Familienmitglieder, insbesondere Vater Leopold Mozart waren leidenschaftliche Briefschreiber – zusätzlich haben Vater Leopold, Mozarts Schwester Maria Anna sowie gelegentlich auch Wolfgang Reisenotizen verfasst, die ihre Reisen dokumentierten.

 

Das Postsystem im 18. Jahrhundert war bestens organisiert. Es gab genaue Fahrpläne der ankommenden und abreisenden Postkutschen. So gingen nach und von Salzburg bis zu drei (!) Postwägen am Tag, die Briefe aus allen Teilen Europas beförderten. Die Briefe wurden meist „poste restante“ (postlagernd) oder auf Anweisung Leopold Mozarts an bestimmte Adressen geschickt. Da Papier und Porto sehr teuer waren, wurden die Briefe, wie man auf den Digitalisaten gut erkennen kann, sehr dicht beschrieben und eine jede freie Stelle wurde genutzt, um das Blatt Papier bestmöglich auszunutzen. Leopold Mozart bezichtigte seine Frau einmal der Verschwendung, als sie auf dem Briefbogen zu viel Platz ließ.

 

Die Briefe der Familie Mozart sind wichtige zeithistorische Dokumente und erlauben Einblicke in den Alltag der Musikerfamilie. Den detaillierten Beschreibungen von Leopold Mozart ist es zu verdanken, dass wir so viel über die Lebensumstände in fremden Ländern oder Reisebekanntschaften
der Familie wissen.

 

Wir von der Stiftung Mozarteum dürfen uns sehr glücklich schätzen, dass wir eine Vielzahl an Originalbriefen verwahren, die zum einen virtuell aber auch real für BesucherInnen zugänglich sind. Viele dieser Schriftstücke befinden sich im Autographentresor, darunter 200 Originalbriefe Mozarts (davon 150 als Hauptschreiber und 50 als Nebenschreiber), rund 300 Briefe seines Vaters Leopold und über 100 autographe Musikhandschriften, überwiegend Skizzen und kurze Entwürfe von Werken Wolfgang Amadé Mozarts, aber auch Autographe von seinem Sohn, Franz Xaver Wolfgang Mozart.

 

Wer gern in Mozarts Briefen und Dokumenten stöbern möchte, ist hier bei unserer Online-Edition genau richtig:
https://dme.mozarteum.at/briefe-dokumente/online-edition/

 

Mehr Infos zum Autographentresor im Mozart-Wohnhaus findet ihr hier:
https://mozarteum.at/museums/mozart-wohnhaus#autographentresor-section

In welchem Alter begann Mozart zu musizieren und zu komponieren?

#kleinePauseMozart

 

Wolfgang Amadé Mozart wird nicht ohne Grund oft als Wunderkind beschrieben. Bereits mit drei Jahren fing er mit dem Klavier spielen an, mit nur vier Jahren spielte er Geige. Zur Verwunderung seines Vaters begann Mozart mit dem Musizieren auf der Violine ohne vorangegangenen Unterricht, und gemäß einer Anekdote begleitete er aus eigenem Antrieb das Spiel des Vaters mit Musikerfreunden. 1762 berichtet Leopold Mozart von seiner ersten Reise nach Wien, Wolfgang habe bei der Maut [Zoll] seine Geige hervorgeholt und dem Zöllner „auf dem geigerl ein Menuet“ gespielt. (Brief an Johann Lorenz Hagenauer vom 16. Oktober 1762)

 

Mozarts Können auf der Violine war sehr groß, wenn auch sein Verhältnis zur Violine im Laufe der Jahre sehr zwiespältig wurde. Aus seinen Briefen von der großen Reise nach München, Mannheim und Paris 1778/79 wissen wir, dass Mozart seine eigenen, sehr anspruchsvollen Violinkonzerte und Soli öffentlich gespielt hat und über den großen Beifall sehr erstaunt war.

 

„du weist selbst nicht wie gut du auf der Violin spielst“ kommentierte Leopold, selbst Geigenspieler und Verfasser des Lehrbuches „Versuch einer Gründlichen Violinschule“, die Fertigkeiten seines Sohnes. Als sich jedoch gegen Ende der Reise nach Paris eine Rückkehr Mozarts in den verhassten Hofdienst abzeichnete, schrieb dieser sehr bestimmt an den Vater: „Nur eines bitte ich mir zu Salzbourg aus, und das ist: das ich nicht beÿ der violin bin, wie ich sonst war – keinen geiger gebe ich nicht mehr ab; beÿm clavier will ich dirigirn – die arien accompagnieren…“. (Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Leopold Mozart vom 11. September 1778)

 

Dank der Erinnerungen von Johann Andreas Schachtner, Hoftrompeter und Freund der Familie Mozart, wissen wir von den ersten Kompositionsversuchen von Wolfgang Amadé Mozart. Dieser schildert, wie Leopold und er eines Tages den vierjährigen Wolfgang beim Notenschreiben antrafen. Mozarts Vater nahm das Blatt, und die Männer sahen sich zunächst das Gekritzel an. Zuerst lachten sie, doch dann, nach längerer Betrachtung, wies Leopold den Freund gerührt und bewundernd auf das Geschriebene hin: „sehen sie, H: Schachtner, wie alles richtig und regelmässig gesetzt ist, nur ists nicht zu brauchen, weil es so ausserordentlich schwer ist, dass es kein Mensch zu spielen im Stande ware…“. Man spürt förmlich, wie stolz Leopold auf seinen Sohn war. Der kleine Wolfgang antwortete übrigens keck auf den Vorwurf: „drum ists ein Concert, man muß so lang exercieren, bis man es treffen kann“ und spielte es ihnen vor. Da der Sohn noch nicht Noten schreiben konnte, hielt der Vater den Kompositionsversuch dieses Konzertsatzes Molto allegro in G im sogenannten Nannerl-Notenbuch (Nr. 51, KV deest) fest.

 

Die ersten Kompositionen Mozarts entstanden kurz nach seinem fünften Geburtstag. Im Frühjahr 1761 komponierte er zwei kleine Klavierstücke in C-Dur, ein Andante KV6 1a und ein Allegro KV6 1b.

 

Hier gibt es einen Überblick über Mozarts Instrumente:
https://mozarteum.at/mozarts-instrumente/#info

 

Hier geht es zum Brief von Leopold Mozart an Johann Lorenz Hagenauer aus Wien, 16. Oktober 1762:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=592

 

Hier geht es zum Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Leopold Mozart aus Paris, 11. September 1778:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1051

Das wahrscheinlich berühmteste Haus Salzburgs - Mozarts Geburtshaus

#kleinePauseMozart

 

Es ist wahrscheinlich das berühmteste Haus Salzburgs – das Haus mit der gelben Fassade und den weißen Fenstern in der Getreidegasse in Salzburg. Genau, wir sprechen von keinem geringeren Haus als von Mozarts Geburtshaus.

 

Die Familie Mozart lebte in diesem Haus 26 Jahre, bevor die Familie im Herbst 1773 in das Mozart-Wohnhaus (Makartplatz) auf der anderen Seite der Salzach übersiedelte, wo sie eine deutlich größere Wohnung bezogen. Bereits am 20. Februar 1771, auf dem Rückweg von der ersten Italienreise, machte sich Leopold Gedanken über ihre Wohnsituation: „…mir ist beÿgefallen, daß wir zu Hause nicht wohnen können. du must mir also schreiben, ob wir beÿm Sailerwirt, beÿm Stern, oder beym Saulentzl einlogieren sollen. Ich glaube es wird am besten [sey]n ich nehme meine Wohnung im Löchl, so habe alsdann nicht w[e]it ins Hagenauer Hauß. So, wie wir | : wie die Soldaten : | unter einander schliefen, können wir nicht mehr seÿn; der Wolfgang ist nicht mehr 7 Jahr alt etc:“.

 

Leopold Mozart und seine Ehefrau Anna Maria Mozart zogen kurz nach ihrer Vermählung im November 1749 in die 130 Quadratmeter große Mietwohnung in der Getreidegasse und wohnten dort im dritten Stock. Mit den Besitzern des Hauses war die Familie Mozart eng befreundet. Johann Lorenz Hagenauer, der Eigentümer des Hauses, führte im Erdgeschoss ein gutgehendes Spezereiwarengeschäft (Spezerei ist ein veralteter Ausdruck für Gewürz) mit Luxusgütern wie Gewürze, Tee, Kaffee, Schokolade oder Tabak. Der Freund und Geschäftsmann unterstützte die zahlreichen Reisen der Künstlerfamilie durch seine guten Kontakte, aber auch in finanzieller Hinsicht. Dem regen Briefwechsel zwischen Leopold Mozart und Johann Lorenz Hagenauer ist es zu verdanken, dass wir so viel über die Kindheit von Wolfgang Amadé Mozart wissen.

 

Die Fassade des Hauses erfuhr seit der Mozart-Zeit nur wenige Veränderungen. Die barocken Fensterrahmen wurden entfernt und das Dachgeschoss im 19. Jahrhundert ausgebaut. Ein Relikt aus vergangener Zeit ist nach wie vor neben dem Eingang zu finden: die historischen Klingelzüge, mit denen man die Wohnungsglocken in den einzelnen Stockwerken bedienen konnte.

 

Seit 1917 befindet sich Mozarts Geburtshaus im Besitz der Stiftung Mozarteum. Seit 1880 ist dort das Museum eingerichtet und umfasste anfänglich nur die Räume der ehemaligen Wohnung der Familie im 3.Stock. Im Laufe der Zeit konnte das Museum kontinuierlich erweitert werden. Heute erstreckt sich das Museum auf ungefähr 600 Quadratmeter und beherbergt 300 Exponate rund um das Leben der Familie Mozart.

 

Seit kurzem ist Mozarts-Geburtshaus auch virtuell zugänglich und kann jederzeit online besucht werden. Hier geht es zu der virtuellen Tour:
https://mozarteum.at/museums/mozarts-geburtshaus/…

 

Wer Interesse hat an dem regen Briefverkehr zwischen Leopold Mozart und Johann Lorenz Hagenauer hat findet hier ein paar interessante Briefstellen:

 

Der oben zitierte Brief von Leopold Mozart an seine Frau vom 20. Februar 1771 aus Venedig:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=793

 

Der Brief vom 16. Oktober 1762 an Johann Lorenz Hagenauer ist das erste Schreiben aus Wien, wohin Leopold Mozart erstmals mit der ganzen Familie gereist war, um seine beiden Wunderkinder Maria Anna und Wolfgang der kaiserlichen Familie vorzustellen:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=592

 

Der Brief vom 11. Juni 1763 an Johann Lorenz Hagenauer ist die erste Nachricht von der großen Westeuropareise der Familie Mozart. In diesem Brief berichtet Leopold Mozart vom Radbruch seiner Kutsche. Den ungeplanten längeren Aufenthalt in der Nähe des bayerischen Ortes Wasserburg nutzte Leopold, um dem siebenjährigen Wolfgang das Orgelpedal zu erklären, „Davon er dann gleich stante pede die Probe abgeleget, den schammel hinweg gerücket, und stehender præambulirt und das pedal dazu getretten, und zwar so, als wenn er es schon viele Monate geübet hätte. alles gerüeth in Erstaunen und ist eine neue Gnad Gottes…“:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=607

Pool of Invention Ensemble und die magische Welt von Pùnkitititi

#kleinePauseMozart

 

Die Welt von „Pùnkitititi“ ist eine magische und verzauberte, in der scheinbar alles möglich ist. Lebendige Marionetten und Gegenstände treffen auf farbenfrohe Bildwelten und laden das Publikum auf eine unvergessliche Reise ein.

 

Wir haben bei #FlorianWilleitner nachgefragt und wollten von ihm wissen, warum diese fulminante Inszenierung so besonders ist:

„Pùnkitititi“ ist für mich einer der überaus seltenen Fälle, wenn wirklich alle „Ingredienzien“, die für die Entstehung eines solchen Gesamtkunstwerks notwendig sind, symbiotisch zusammenwirken. Die Meisterschaft der Salzburger Puppenspieler, die „Ja, wir schaffen das“ Mentalität all derer, die rund um die Uhr an der Umsetzung der überschäumend kreativen Ideen von Doug Fitch gearbeitet haben, und nicht zuletzt die unendliche Feinheit und Tiefe der größtenteils unbekannten Melodien aus Mozarts Pantalon und Columbine, aus welchen ich (unter anderem) die musikalische Substanz für diese „silent opera“ gewonnen habe.
Ich freue mich mit meinem Pool of Invention Ensemble sehr auf die Wiederaufnahme bei der Mozartwoche 2021, und empfehle allen, wirklich allen, von Herzen, sich eine Aufführung live anzusehen. Nachdem die Shows 2020 sehr schnell ausverkauft waren, lohnt es sich, früh Karten zu kaufen! Bis dahin alles Gute, bleibt gesund und viel Spaß mit dem Trailer!

 

Wir freuen uns jetzt schon auf eine Wiederaufnahme bei der #Mozartwoche2021 und auf eine tolle Besetzung, die uns auf diese wunderbare Reise einlädt.

Douglas Fitch (Regie, Bühne, Kostüme)
Florian Willeitner (Musikalische Leitung)
Pool of InventionEnsemble (Ensemble)
Ensemble des Salzburger Marionettentheater
James Smith (Co-Regie)
Stephen Greco (Libretto)

Mit der freundlichen Unterstützung von fidelio

Upcycling - Musikinstrumente aus Haushaltsmüll

#kleinePauseMozart

 

Heute gibt es wieder ein Bastelvideo für unsere kleinen Mozart Freunde.

Unsere Museumspädagogin zeigt uns heute wie man aus Haushaltsmüll wie einer Klopapierrolle oder einem Joghurtbecher ganz einfach und schnell ein Musikinstrument bastelt. In diesem Video findet ihr gleich 3 verschiedene Arten von Rasseln.

Wir finden die Idee des Upcyclings, also dem Wiederverwenden von scheinbar nutzlosen Dingen richtig großartig und möchten euch daher in diesem Video zeigen, wie das funktioniert.

 

Was Sie dafür brauchen:

 

eine Klopapierrolle oder Küchenrolle

 

oder

 

einen leeren Joghurtbecher

 

oder

 

die leere Hülle von einem Überraschungs-Ei

 

getrockneten Reis, Nudeln oder Hirse (was immer ihr zu Hause habt)

 

eine alte Zeitung

 

Farben (Farbstifte, Wachsmalkreiden, Wasserfarben … was euch gefällt)

 

Butterbrotpapier

 

Kleister und Alles-Kleber

 

einen Pinsel und eine Tasse oder kleine Schale

 

ein bisschen Wolle

 

Wackelaugen oder einen schwarzen Stift, um Augen zu zeichnen

 

Buntpapier

 

 

Auf die Plätze, fertig und los basteln!

 

Ps: Im Hintergrund hören Sie die Symphonie B-Dur, KV 319

Das Köchelverzeichnis - KV 1

#kleinePauseMozart

 

Heute möchten wir beginnen, euch das Köchelverzeichnis vorstellen. Unter dem Köchelverzeichnis (KV) versteht man ein Werkverzeichnis der Kompositionen von Wolfgang Amadé Mozart.

 

1862 wurde das Köchelverzeichnis unter folgenden Titel herausgegeben: „Chronologisch-thematisches Verzeichnis sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozart’s. Nebst Angabe der verloren gegangenen, angefangenen, übertragenen, zweifelhaften und unterschobenen Compositionen desselben“. Ein richtiger Zungenbrecher, wie wir finden. Dieser Titel zeigt trotz seiner Länge, dass Herr Köchel durchaus selbstkritisch war und die notwendige Distanz zu seiner Arbeit hatte. Das Werkverzeichnis umfasst alle musikalischen Werke von Wolfgang Amadé Mozart. Ludwig Köchel hat nicht nur über die Entstehung und den Umfang der einzelnen Werken Buch geführt, sondern hat auch, sofern diese Informationen verfügbar waren, die Standorte von Mozarts Originalhandschriften (Autographe) vermerkt.

 

Die ersten Ansätze einer Katalogisierung von Werken stammen von Leopold Mozart, der bereits 1768 ein Verzeichnis erstellte, in dem alle Kompositionen seines Sohnes seit dem siebten Lebensjahr (!) eingetragen wurden. Mozart selbst führte ab 1784 ein handschriftliches „Verzeichnüss aller meiner Werke“, welches allerdings unvollständig ist, da hier einige Gelegenheitswerke schlichtweg fehlen.

 

Es war Ludwig von Köchel, der als erster den Versuch unternahm, ein vollständiges Verzeichnis anzulegen. Dabei sammelte er Daten und Fakten rund um Mozart und nummerierte die Werke in chronologischer Reihenfolge. Das Verzeichnis beginnt mit KV 1 und endet bei KV 626, dem Requiem, dem letzten, unvollendet gebliebenen Werk Mozarts.

 

Unser kaufmännischer Geschäftsführer, Tobias Debuch, hat sich die Zeit genommen, um uns das Menuett G-Dur für Klavier KV 1 vorzustellen. In dem Video geht es nicht nur um wissenschaftliche Fakten, sondern auch ums Klavierspielen, denn unser Geschäftsführer spielt uns das auch Stück vor.

 

 

So viel können wir schon verraten: Unser Chef hat Gefallen daran gefunden, denn es ist nicht nur bei KV 1 geblieben.

 

Den Notentext von KV 1 in der Neuen Mozart-Ausgabe findet Ihr hier:
https://dme.mozarteum.at/nmaonline/

Wer war Mozarts Mutter?

#kleinePauseMozart

 

Anna Maria Walburga Pertl wurde am 25. Dezember 1720 als Tochter des fürsterzbischöflichen Pflegers (Verwalter) Wolfgang Nikolaus Pertl in St. Gilgen am Wolfgangsee geboren. Nach dem frühen Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester, die bald darauf verstarb, nach Salzburg. Bis zu ihrer Heirat mit dem fürsterzbischöflichen Hofgeiger Leopold Mozart im November 1747 lebte sie in ärmlichen Verhältnissen und war auf das vom Erzbischof gewährte Gnadengeld angewiesen.

 

In den ersten neun Ehejahren brachte sie sieben Kinder zur Welt, von denen nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Diese beiden, Maria Anna (Nannerl), und der um fünf Jahre jüngere Wolfgang, sollten ihr Leben entscheidend beeinflussen.

 

Dank des beruflichen Aufstieges ihres Mannes und dessen unermüdlichen Wirkens für die Förderung und Entwicklung der beiden talentierten Kinder war auch das Leben von Anna Maria Mozart geprägt von Reisen durch Europa, von Musik, Kunst und Kultur und von Begegnungen mit gekrönten Häuptern sowie Vertretern des höchsten Adels. Mozarts Mutter konnte lesen und schreiben – für eine Frau der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Als sich Leopold mit Wolfgang in Italien aufhielt, beauftragte er sie mit verschiedenen Geschäften, etwa dem Verkauf seiner in ganz Europa gefragten Violinschule.
Anna Maria Mozart liebte wie ihre Tochter auch modische Kleidung und Accessoires. Und natürlich nahm sie auch an allen häuslichen Vergnügungen wie Kartenspielen oder Bölzlschießen (Luftgewehrschießen) teil.

 

Anna Maria Mozart sorgte dafür, dass der Künstlerhaushalt gut funktionierte und das Zusammenleben der Familie harmonisch verlief. Sie verstand es mit ihrem ausgleichend-humorvollen Ton, die Stimmung in der Familie auch in schwierigen Situationen zu wahren. Mit viel Verständnis und Geschick meisterte sie den Spagat zwischen dem bisweilen dickschädeligen Gatten einerseits und dem genialen, aber wirklichkeitsfremden Sohn Wolfgang Amadé andererseits.
Ihre Ehe darf getrost eine Liebesheirat genannt werden, in Salzburg hielt man Anna Maria und Leopold für das „schönste Paar Eheleute“. Leopold Mozart hat sich stets liebevoll über seine Gattin, „die ehrlichste Frau und beste Mutter“, geäußert. Seinem Sohn schrieb er einmal: „deine liebe seel:[ige] Mutter war von Kindheit an bekannt und aller Orten geliebt, dann sie war mit allen freundlich und beleidigte keinen Menschen.“

 

Es gibt nur wenig hinterlassene Selbstzeugnisse von Anna Maria Mozart. Ihre einzigen erhaltenen Briefe stammen aus dem letzten Lebensjahr, von der Reise, die sie 1777/78 allein mit dem Sohn nach Mannheim und Paris unternahm und von der sie nicht mehr zurückkehrte. Anna Maria Mozart verstarb am 3. Juli 1778 im Alter von 57 Jahren nach kurzer Krankheit in Paris.

 

Hier geht es zu den Briefen von Anna Maria Mozart:

 

Vom ersten Aufenthaltsort München schrieb Anna Maria Mozart in einer derb-spaßigen Nachschrift zum Brief Wolfgangs vom 26. September 1777 (S. 4) von ihrem charmanten Leben: „früh auf spath ins beth, den ganzen dag haben wür visiten, leben wie die fürsten Kinder, bis uns holt der schinder. adio ben mio leb gesund, Reck den arsch zum mund. ich winsch ein guete nacht, scheiss ins beth das Kracht.“
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=896

 

Zwei Monate später klang es dann am 14. Dezember 1777 aus Mannheim nicht mehr so fröhlich: „ich siche ihn [Wolfgang] offt den ganzem tag nicht. ich bin die meiste zeit
allein zu haus, …“
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=954

 

Aus Paris berichtete Anna Maria Mozart ihrem „lieben Mann“ am 12. Juni 1778 über ihre kulturellen Aktivitäten in der der französischen Metropole: „vorgestern habe ich beÿ den herrn Haina gespeist, und nach disch in luxenbourg Gartten pazieren gegangen, hernach in den Palast die schœne bilder galerie gesehen …“
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1017

 

Mit dem Brief vom 3. Juli 1778 aus Paris unterrichtete Wolfgang Amadé Mozart den Beichtvater der Familie, Abbé Joseph Bullinger, dass die geliebte Mutter gestorben sei. Er bat den Freund, den Vater auf die schreckliche Nachricht vorzubereiten.
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1023

 

Dem Vater schrieb Wolfgang am selben Tag nur, dass die Mutter ernsthaft krank sei.
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1022

 

Mehr zu den Briefen der Familie Mozart findet ihr auf der Digitalen
Mozart-Edition.
https://dme.mozarteum.at/

Was haben die Mozarts eigentlich gegessen?

#kleinePauseMozart

 

Habt ihr euch schon mal gefragt, was zu Mozarts Zeiten auf den Esstisch gekommen ist? Wir haben uns auf eine Spurensuche begeben und konnten anhand diverser Briefe der Familie folgendes herausfinden:

 

Die Mozarts legten Wert auf gutes Essen, doch wenn es nach Leopold ging, immer maßvoll. „Überflüssiges fressen und sauffen“ lehnte er ab. Auf Reisen lernte die Familien, die verschiedensten fremdartigen Gerichte kennen. Die englische Küche empfand Leopold als zu schwer – „sie essen wie die Panduren“ – und überteuert; außerdem stellte er fast entrüstet fest: „hier trinckt niemand Wasser, Herr und Frau trincken Starckbier“. Zum Frühstück wurde schon damals gebutterter Toast mit starkem schwarzem Tee serviert. Er berichtete über eigene Tee- und Kaffeeboutiquen und erregte sich, dass Kaffeebohnen – bei Strafe – nur gebrannt gekauft werden durften, was den Preis in die Höhe trieb. Die Familie Mozart vermisste im Ausland ordentliche Fastenspeisen. In Mailand wünschte sich Wolfgang bei einer Einladung heimatliche „Leberknödel und Sauerkraut“.

 

Aus Italien berichtete Leopold von den herrlichsten Feigen, Zucker- und Wassermelonen und Pfirsichen, eine seltene Kostbarkeit im Salzburg des 18. Jahrhunderts. Zuhause aß man die verschiedensten Suppen, eingemachtes Kalbfleisch, Geflügel, Wildbret, Fisch, Speck, Käse, Getreideprodukte, Gemüse und Süßspeisen. Mit St. Gilgen fand ein reger Tauschhandel statt. Leopold schickte Schokolade, Limonen, Salz; Nannerl lieferte Wildbret, Fisch und Schmalz.
Getrunken wurde neben Wasser in erster Linie Bier, das man sich aus den benachbarten Wirtshäusern holte. Auch einen guten Wein wusste man zu schätzen; so überlegte Leopold doch tatsächlich, 240 Flaschen Burgunder aus Frankreich nach Salzburg mitzunehmen. Zum Genuss von Tee, Schokolade, Mandelmilch oder Gefrorenem begab man sich ins Café Staiger (heute Cafe Tomaselli).

 

Mahlzeit – wir haben jetzt auch Hunger bekommen 🤤

 

Hier geht es zu den zitierten Briefen:
Leopold Mozart schreibt am 13. September 1764 aus Chelsea an den Freund, Kaufmann und Spezereiwarenhändler Johann Lorenz Hagenauer in Salzburg:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=650

Die zitierte Stelle aus dem Brief über das Essen und Trinken findet ihr auf S. 15 😉

Und noch etwas: Dieser Brief ist erst seit Kurzem online zugänglich und wurde auf der Großen Westeuropareise der Familie Mozart in den Jahren 1763 bis 1766 geschrieben. Eine sehr spannende Lektüre, wie wir finden.

 

Leopold Mozart schreibt aus Mailand (1770) an Anna Maria Walburga Pertl in Salzburg
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=722

Andreas Fladvad-Geier liest vor: Mozart und sein geliebter Vierbeiner

#kleinePauseMozart

Nicht nur Musik spielte bei der Familie Mozart eine große Rolle im Leben, sondern auch der geliebte Vierbeiner namens Pimperl. Dabei handelte es sich um eine Foxterrier Hündin, die in den verschiedenen Briefen auch foxel, bimpes, Miß Pimsess, Pimmperl, miss pimpes, Bimperl, bimbel und Pimpes genannt wird.

 

Im diversen Briefwechsel der Familie, wird der vierbeinige Freund dutzende Male erwähnt. Es scheint daher fast so, als wäre die Hündin das fünfte Familienmitglied gewesen. Dafür spricht auch, dass Maria Anna Mozart ihrem Bruder des Öfteren den Spitznamen Pimperl gab.

 

Um den felligen Freund kümmerte sich jeder im Haushalt der Familie Mozart. Das Wohlergehen des Hundes war für alle ein großes Anliegen. So erzählt Vater Leopold beispielsweise in einem Brief an seine Frau und dessen Sohn Wolfgang Amadé, dass das „Nannerl“ über Kopfweh und Übelkeit klagte und sich „der betrübte Pimpes […] zu ihr [lag]“. In anderen Briefstellen ist unter anderem zu lesen, wie Pimperl mit „1000 busseln“ verabschiedet wird.

 

Passend zu dieser Freundschaft zwischen Hund und Mensch, liest heute unser künstlerischer Leiter Andreas Fladvad-Geier mit seiner französischen Bulldogge.

 

An solche felligen Gastauftritte könnten wir uns gewöhnen.

 

Mehr zu den Briefen der Familie Mozart findet ihr wie gewohnt in der Digitale Mozart-Edition: https://dme.mozarteum.at/

 

Die erwähnten Briefstellen aus dem Video findet ihr unter anderem hier:

 

Brief von Leopold Mozart an Anna Maria Walpurga und Wolfgang Amadé Mozart, 1777
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=894

 

Brief von Leopold Mozart an Wolfgang Amadé Mozart, 1777
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=911

 

Brief von Leopold Mozart an Anna Maria Walpurga und Wolfgang Amadé Mozart, 1778
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1010

 

Brief von Leopold Mozart an Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg in St. Gilgen, 1784 (Nachschrift)
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1372

Die vielen Namen des Wolfgang Amadé Mozarts

#kleinePauseMozart

 

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, Wolfgang Amadé Mozart oder doch lieber Wolfgang Amadeus Mozart?

 

Der Komponist Wolfgang Amadé Mozart hatte zu seinen Lebzeiten viele verschiedene Namen. Dies ist unter anderem auf die Tatsache zurückzuführen, dass Mozart seinen Namen aufgrund seiner regen Reisetätigkeit durch Europa immer wieder den örtlichen Gegebenheiten anpasste.

 

Mozart wurde am 28. Januar 1756, einen Tag nach seiner Geburt, im Salzburger Dom als „Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart“ getauft.

 

Die ersten beiden Taufnamen Mozarts „Joannes Chrysostomus“ beziehen sich auf den Tagespatron des 27. Januar, Mozarts Geburtstag, an dem die katholische Kirche des Heiligen Johannes Chrysostomus, Bischof von Konstantinopel im 4. Jahrhundert, gedenkt.

 

„Wolfgangus“ ist „Wolfgang“, angepasst an das im Kirchenbuch verwendete Latein. „Wolfgang“, war auch der Name des Großvaters mütterlicherseits des Komponisten, Wolfgang Nikolaus Pertl, und wurde von Mozart hauptsächlich im deutschsprachigen Raum verwendet.

 

„Theophilus“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der von Gott Geliebte“. „Theophilus“ war der Taufname „Joannes Theophilus“ von Mozarts Pate Johannes Gottlieb Pergmayr, einem Salzburger Kaufmann und Stadtrat. Offensichtlich sah die Familie Mozart diesen Teil des Taufnamens als einen Begriff und nicht als einen bloßen Namen an. Deswegen „übersetzte“ Mozart diesen Vornamen in andere Sprachen: Seit seinem ersten Italienaufenthalt ab 1770 verwendete er die italianisierte Form „Wolfgango Amadeo“, vor allem bei der Autorenangabe auf seinen Kompositionen, die ohnehin meist italienische Werkbezeichnungen wie „Sonata“ oder „Sinfonia“ trugen. Ab 1777 unterzeichnete er Briefe und Dokumente konsequent mit „Wolfgang Amadé“, oder auch nur mit „Mozart“ oder „W. A. Mozart“. Gelegentlich unterschrieb er auch launig mit „Franz von Nasenblut“, „Edler von Sauschwanz“, „Mozart magnus, corpore parvus“, „Fedele Fratello Amadeo Wolfgango Mozart“ oder „Mzt“. Näher erklärt hat er sich hierzu aber nie.

 

Erst die Nachwelt prägte die heute weltweit bekannte Namensform „Wolfgang Amadeus Mozart“.

 

Hier geht es zu den erwähnten Briefstellen:

Taufschein
https://bit.ly/3ahnmth

Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna Mozart, 1773
https://bit.ly/2KdV7AU

Brief von Leopold Mozart an Anna Maria Mozart, 1774
https://bit.ly/3bnaEKU

Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna Mozart, 1775
https://bit.ly/34GqZHW

Brief Wolfgang Amadé Mozart an Leopold Mozart, 1777
https://bit.ly/3bizTxE

Pùnkitititi

#kleinePauseMozart

 

Wir von der Stiftung Mozarteum haben mit großer Unterstützung von fidelio etwas ganz Besonderes für euch.

 

Ihr könnt ALLE, kostenlos bis zum 22.4.20 in die magische Welt von „Pùnkitititi“ eintauchen. „Pùnkitititi“ war im Rahmen der Mozartwoche 2020 zu erleben und verzauberte nicht nur Besucher, sondern wurde auch von der Presse gefeiert.

 

Jetzt bringen wir euch diese fantastische Zauberwelt von „Pùnkitititi“ zu euch nachhause, direkt ins Wohnzimmer – Marionettenzauber für die ganze Familie.

 

Mozarts Kompositionen inspirierten Regisseur Doug Fitch und den Musiker Florian Willeitner zusammen mit seinem Ensemble Pool of Invention zu einer fantasievollen, musikalischen Reise zu sich selbst. Schauspieler Geoff Sobelle und das Team des Salzburger Marionettentheaters begeisterten in „Pùnkitititi!“ mit ihrem perfekten und humorvollen Zusammenspiel.

 

Wir wünschen euch eine zauberhafte Unterhaltung!

 

Hier geht’s zum Video:
https://youtu.be/D54hAQ3O6x8

 

Und noch was: Wer „Pùnkitititi“ live erleben möchte, hat im Rahmen der #Mozartwoche2021 die Chance dazu!

 

Eine Neuproduktion der Stiftung Mozarteum Salzburg in Kooperation mit dem Salzburger Marionettentheater

Errichtung des Mozart-Denkmals in Salzburg

#kleinePauseMozart

 

Am 18. April 1838 erteilte das „Comitée für Errichtung des Mozart-Denkmahls in Salzburg“, dem Münchner Bildhauer Ludwig Michael Schwanthaler den dem Erzgießer Johan Baptist Stiglmaier den Auftrag für ein Monument.

 

Vier Jahre nach der Beauftragung wurde das Mozart-Denkmal am Mozartplatz (ehemals Michaelsplatz) am 4. September 1842 enthüllt. Die 3 Meter, mit Marmorsockel beinahe 6 Meter hohe Statue wurde im Beisein der beiden Söhne Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang Mozart feierlich enthüllt. Franz Xaver Wolfgang Mozart dirigierte sogar zu Ehren seines Vaters den Festchor: „Hier seht ihr dargestellt den Meister“, den er selbst aus verschiedenen Kompositionen Wolfgang Amadé Mozarts zusammengestellt hatte.

 

Der Mozartplatz selbst ist eng verbunden mit der Geschichte der Mozarts. So war das Haus Nummer 8 zuletzt das Wohnhaus von Mozarts Frau Constanze. Sie selbst konnte an den Feierlichkeiten nicht mehr teilnehmen, da sie am 6. März, nur wenige Monate vor der Enthüllung des Mozart-Denkmals, gestorben war. Sie engagierte sich in ihren letzten Lebensjahren intensiv für das Denkmal und begleitete dessen Planung.

 

Wer den ganzen Festchor sowie das Notenblatt dazu einsehen möchte, findet dies in unserer digitalen Sammlung der Bibliotheca Mozartiana:
https://bit.ly/2VCcEYY

 

Sopranistin Fatma Said singt Mozart-Lieder

#kleinePauseMozart

 

Die ägyptische Sopranistin Fatma Said فاطمة سعيد hat in Salzburg, zuletzt in der spektakulären La Fura dels Baus-Produktion „Thamos, König in Ägypten“ bei der Mozartwoche 2019 in der Hauptrolle als Tharsis brilliert.

 

Ihr Konzert Wiener Saal „Suleika – ein europäisch-arabischer Liederabend“ muss auf Grund der Corona-Pandemie verschoben werden. Ein Ersatz-Termin wird noch bekannt geben.

 

Fatma Said sendet nun einen musikalischen Videogruß für unsere „kleinePauseMozart“. Dabei verratet sie uns auch, wie es sich anfühlt,  Mozart Lieder zu singen.

 

“Singing Mozart has always brought a mix of challenge and excitement along my musical journey. I feel that a good Mozart singer makes it all seem so easy, like a piece of cake! In reality, there is an immense amount of work that goes into the performance – it’s an art for a singer to make it look effortless. I love singing Mozart because he’s a teacher for the voice, in technique and interpretation, and I feel that I take what I learn from his music to all kinds of repertoire. It’s my wish to do him justice whenever I sing his music!”

Begleitet wird die Sopranistin am Klavier von #MalcolmMartineau, mit dem Sie auch das Konzert bei uns im Wiener Saal gespielt hätte.

 

 

Fatma Said singt Mozarts Lieder „Das Veilchen“ und „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“.

#togetherthroughmusic #musicconnetsus #stayhome #AlsLuise #DasVeilchen #Mozart #WAMozart #Salzburg

Bölzlschießen

#kleinePauseMozart

 

Was nur wenigen Mozartfreunden bekannt ist: Die Familie Mozart war eine begeisterte Schützenfamilie. Und zwar zählte das Scheibenschießen zu einer der beliebtesten Sonn – und Feiertagsbeschäftigung der Familie. Geschossen wurde oft in Gärten, bei Familie Mozart jedoch zumeist in der Wohnung, im Tanzmeistersaal oder im Garten von anderen Mitgliedern.

 

In Salzburg existierte zu dieser Zeit eine „bürgerliche Schützengesellschaft“, ein lustiger Ableger dieser Gesellschaft war die sogenannte „Bölzlschützenkompagnie“, welcher auch Vater Leopold, Mutter Anna Maria sowie deren Kinder Maria Anna und Wolfgang Amadé Mozart angehörten. Wolfgang Amadé Mozart selbst war ein leidenschaftlicher „Bölzlschütze“ und seit dem 10. Lebensjahr Mitglied der kleinen aber feinen „Bölzlschützenkompagnie“, seines Vaters.

 

Doch wie kam es dazu, dass das „Bölzlschießen“ auch „pelzlschüssen“ sich an so großer Beliebtheit erfreute? Unter Erzbischof Colloredo (1732 – 1812) waren alle Spiele, auch das Musizieren zu Hause, Gast- und Kaffeehausbesuche bis 4 Uhr nachmittags als Sonn – und Feiertagsunterhaltung strengstens verboten. Auch das Spielen und Feiern zu Gottesdienst- und Fastenzeiten war im katholischen Salzburg untersagt. Daher nutzten die schlauen Bürger Salzburgs die Gelegenheit bei dem Schopf und vergnügten sich nachdem Sonntagsmahl mit dem „Bölzlschießen“ im Garten oder im Haus. Denn das Scheibenschießen war an vielen Tagen im Jahr erlaubt.

 

Geschossen wurde mit so genannten Windbüchsen, zumeist auf große bemalte Holz- oder Papierscheiben, die einen Durchmesser von ca. 1 Meter hatten. Die kleinen „Böltzel“, welche aus einer Distanz zwischen 8 bis 10 Meter abgefeuert wurden, hatten eine Stahlspitze mit Schweineborsten, die zur optimalen Flugführung dienten. Die turnierähnlichen Spiele wurden von einem Bestgeber oder einer Bestgeberin ausgerichtet und organisiert. Frauen nahmen genauso an diesem Wettschießen teil, wie Männer. Die Bestgeber waren nicht nur für Speis und Trank zuständig, sondern händigten dem besten Schützen (oder Schützin), das Preisgeld von etwa einem Gulden aus oder ließen eine Scheibe mit originellen Texten für den Besten, bemalen. Das Reglement besagt auch, dass die Bestgeber wechselten. So kam es, dass auch andere Mitglieder der Kompagnie wie auch Wolfgang Amadé Mozart, diese Funktion innehatten.

Mozarts Lieblingsspiel wurde nicht nur sonntags praktiziert, sondern auch als Begrüßungs- und Abschiedsschießen für Gäste oder bei Feierlichkeiten wie zum Beispiel das Geburtstagsschießen. Mozart musste daher oft den Besten geben. So schrieb er in einem Brief an seinen Vater, bis ins Detail hinein (manchmal ziemlich frech und derb), wie seine Scheibe auszusehen hat, wenn er wieder mal den Besten geben muss.

 

So schrieb Mozart an seinen Vater Leopold einen Brief aus Mannheim (April 1777), in dem er seine Scheibe aisführlich beschreibt: „Die scheiben, wens es nicht zu spät ist, bitte ich mir so aus. ein kleiner Mensch mit lichten haaren steht gebückt da, und zeigt den blosen arsch her. aus seinen Mund gehen die Wort, guten appetit zum schmaus, der andere wird gemacht, in stiefl und sporn, ein roths kleid, eine schöne Perücke nach der Mode; er muß von mitterer grosse seyn. er wird in der Positur vorgestellt wie er den andern just im arsch leckt, aus seinen Mund gehen die worte. ach, da gehtman drüber n’aus. so, ich bitte.“

 

Den ganzen Brief an Leopold Mozart finden Sie hier:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=927

 

Auch während Mozart auf Reisen war, wollte er stets über den Verlauf des Scheibenschießens informiert werden, um über den aktuellen Stand seines Lieblingsspiels Bescheid zu wissen.

Mozarts Alltag in Wien

#kleinePauseMozart

 

Gestern haben wir einen Einblick in den Alltag von Mozarts Schwester gegeben. Heute möchten wir einen Einblick in den Alltag unseres Lieblings Komponisten geben.

 

Als Wolfgang Amadé #Mozart in Wien lebte, entwickelte sich eine rege Korrespondenz mit seinem Vater und seiner Schwester, um Neuigkeiten auszutauschen aber auch, um darüber zu berichten wie das Leben in Wien so sei. In einem Brief vom 13. Februar 1782 berichtet Wolfgang Amadé Mozart seiner Schwester Maria Anna von seinem Tagesablauf in Wien.

 

So schreibt er unter anderem, dass er um 6 Uhr in der Früh schon „frisirt“ sei, „um 7 uhr ganz angekleidet“. „von 9 uhr bis 1 uhr habe ich meine lectionen. – dann Esse ich, wenn ich nicht zu gaste bin, wo man dann um 2 uhr und auch 3 uhr speist, wie heute und Morgen beÿ der gräfin Zizi und gräfin Thun“. Weiter berichtet er, dass er vor 5 oder 6 Uhr abends ohnehin nicht arbeiten könne „und öfters bin ich durch eine accademie daran gehindert; wo nicht, so schreibe ich bis 9 uhr. – dann gehe ich zu meiner lieben konstanz“. Wenn er früh nach Hause komme, so teilt er der Schwester mit, komponiere er oft bis 1 Uhr nachts, „und dann wieder um 6 uhr auf. – liebste schwester!“.

 

Mozarts anstrengender Tagesablauf war der eines Musikers, der von seiner Kunst leben wollte: Proben, Konzertieren als Pianist, Unterrichten und Komponieren füllten seinen Arbeitsalltag bis zur letzten Minute.

 

Wer mehr über den Briefwechsel der Familie Mozart erfahren möchte besucht am besten unsere Ausgabe der „Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition“ unter https://dme.mozarteum.at/briefe-dokumente/online-edition/

 

Die zitierten Briefe aus dem Text sind hier zu finden: https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1227
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1229

Wie kann man sich den Alltag von Maria Anna Mozart vorstellen?

#kleinePauseMozart

 

Die Mozarts zählen zu den bekanntesten Musiker-Familien Österreichs. Doch was hat die Familie gemacht, wenn sie nicht musizierten und komponierten? Wie kann man sich den Alltag des Geschwisterpaares Maria Anna und Wolfgang Amadé Mozart vorstellen?

 

Die tagebuchähnlichen Mitteilungen von Maria Anna, Mozarts Schwester, geben Einblicke in ihren Alltag sowie in den Alltag der Familie Mozart. So berichtet sie in ihren Einträgen unter anderem von Gästen, die sie besucht hatte, von getätigten Einkäufen auf dem Markt, „Gottesdienstbesuche“, ihrer Tätigkeit als Klavierlehrerin oder von „Friseurbesuchen“.

 

So schildert sie beispielsweise in einem Brief aus dem Jahr 1777 ihrer Mutter und ihrem Bruder ihren Tagesablauf vom 24. September: „in der fruh um halbe 8 uhr in der mess beÿ der hl: dreÿfaltigkeit, nachmittag war pelzlschüssen, wer gewohnen hat wird der papa geschrieben haben“. Außerdem schreibt sie, dass am „26ten Vormittag adlgasser victorl mich frisiert, Eberlin waberl beÿ uns. ich war in der halb 11 uhr mess. nachmittag von 4 uhr bis 5 uhr mit dem pimperl spatziern. hernach war hr v moll bis 9 uhr beÿ uns“.

 

Auch dokumentiert sie in ihrem Tagebuch minutiös die gegebenen Klavierstunden, da diese oftmals erst viel später bezahlt wurden. So beschwerte sich z.B. Leopold bei ihr in einem Brief über offene oder nur teilweise bezahlte Rechnungen: „[…] er wird künftig die Woche nur 3 mahl kommen […]. aufs neue Jahr sinds 2 Jahre, daß sein Vatter nichts bezahlt hatte […].“

 

Weitere Einblicke in die tagebuchähnlichen Einträge von Maria Anna Mozart findet ihr unter anderem hier:
http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=906

 

PS: Die tagebuchähnlichen Mitteilungen von Maria Anna (Nannerl) Mozart wurden in der Gesamtausgabe in chronologischer Reihenfolge auf die Nummern 330, 332, 334, 336, 338 und 341 aufgeteilt.

Podcast für Kinder aus der Do Re Mikro Reihe von BR-KLASSIK - Don Giovanni

#kleinePauseMozart

Heute möchten Ihnen wieder einen Podcast für #Kinder aus der Do Re Mikro Reihe von BR-KLASSIK vorstellen.
Dieses Mal wird Mozarts Oper „Don Giovanni“ vorgestellt. Don Giovanni ist eine italienische Oper, welche Mozart wieder in Zusammenarbeit, nach einem Libretto von Lorenzo Da Ponte erarbeitete.

Das Hörspiel steigt direkt „vor Ort“ ein, wenn sich Mozart als Witzbold beim Kegelspiel danebenbenimmt. Dann folgen wir unseren Lieblings Komponisten in den Gottesdienst auf die Orgelempore, wo ihm noch während der Messe ganz nebenbei Melodien für seine neue Oper einfallen. Geschickt werden so kleine Opernausschnitte in das Hörspiel eingearbeitet.

Und noch etwas: Wer wissen möchte, wie diese meisterhafte Oper von #Mozart weitergeht, hat im Rahmen der Mozartwoche 2021 die Möglichkeit dazu. Denn #DonGiovanni wird als Oper Konzertant unter der musikalischen Leitung von Sir András Schiff zu erleben sein!

Mehr dazu findet ihr auf unserer Homepage
https://mozarteum.at/…/oper-konzertantdon-giovanni2021_01_…/

Hier geht’s zum Podcast
https://www.br.de/…/…/doremikro/mozart-don-giovanni-100.html

Ostern und die Familie Mozart

#kleinePauseMozart

Die Familie #Mozart war tief im katholischen Glauben verwurzelt, somit hatte für sie Ostern als eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr eine sehr große Bedeutung. Die Karwoche war auch in musikalischer Hinsicht ein Höhepunkt, deshalb waren Vater und Sohn Mozart als Mitglieder der Hofkapelle sehr eingespannt:

Am Palmsonntag begann im Dom das 40-stündige Gebet. Es dauerte drei Tage und immer am Abend wurde eine Sakramentslitanei von der Westempore aus aufgeführt, sowohl Leopold als auch Wolfgang haben solche beigesteuert (u.a. KV 125). Gründonnerstag war dann bereits Festum Pallii, das heißt, der Erzbischof zelebrierte das Hochamt. Am Karfreitag besuchte der Fürsterzbischof sieben Heilige Gräber. Das tat auch Maria Anna Mozart, wie sie es einmal detailliert am 2. April 1779 in ihrem Tagebuch festhielt.

Die theaterlose Fastenzeit bot zudem vielfältige Möglichkeiten neue Oratorien aufführen zulassen. Vater Leopold war da besonders in den 1740er/1750er-Jahren aktiv. So schrieb er am 29. Dezember 1755 auf der Suche nach Texten dem Augsburger Verleger und Drucker seiner Violinschule, Johann Jakob Lotter: „Noch eins! haben sie nicht einen schönen Text zu einem sogenannten Oratorio? wenn ich es an der Zeit hätte würde ich etwa auf die fasten noch eins machen. … Wenn ihnen einmal ein guter Text zu einer geistl:[ichen] Sing Musique unter die hände kömmt, lassen sie ihn mir zu kommen: denn alle fastenzeit müssen wir wochentlich 2 Oratoria produciren. und wo nehmen wir Texte genug?“ https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=573

Auch Wolfgang steuerte schon im zarten Alter von elf Jahren mit dem ersten Teil des geistlichen Singspiels „Die Schuldigkeit des ersten und fürnehmsten Gebotes“ KV 35 ein Werk zu dieser in Salzburg beliebten Gattung bei. https://dme.mozarteum.at/dmedata/libredition/single.php…

Darüber hinaus gilt es als sehr wahrscheinlich das Mozart für den Ostergottesdienst am 4. April 1779, am Salzburger Dom, die Krönungsmesse in C-Dur, KV 317 komponierte. Charakteristisch für die Krönungsmesse sind die sinfonischen Elemente. Dadurch werden die Solostimmen und Chor deutlich voneinander getrennt.

Jetzt verraten wir euch noch ein kleines Geheimnis: Im Rahmen der Mozartwoche 2021 wird die Krönungsmesse in C-Dur, KV 317, bei der szenischen Bearbeitung „Sacred Mozart“ ertönen! „Sacred Mozart“ setzt sich mit dem überraschenden Tod von Mozarts Mutter 1778 in Paris auseinander, während sie mit Mozart auf Reisen war. Diese Reise zählt zu den dramatischsten Einschnitten im Leben von Wolfgang Amadé Mozart. In „Sacred Mozart“ wird diese Geschichte auf poetische Art und Weise erzählt, verwoben mit tänzerischen Elementen und einem singenden Ensemble.

Mehr zu „Sacred Mozart“ findest du hier:
https://bit.ly/2VgJpe9

Mehr zu den erwähnten KVs im Text findet ihr wie gewohnt auf der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA Online). Hier findet ihr nicht nur Bilder der Notenseiten, sondern auch Audiofiles zu fast allen Werken des Komponisten.
http://dme.mozarteum.at/DME/nma/nmapub_srch.php?l=1

„Der Messias“ KV 572

#kleinePauseMozart

Macht euch bereit, denn wir bringen Robert Wilson’s Inszenierung „Der Messias“ KV 572, direkt zu euch ins Wohnzimmer.

Diese famose Inszenierung hat unsere diesjährige Mozartwoche 2020 mit Pauken und Trompeten eröffnet. Das mediale Echo war atemberaubend und sorgte für internationales Aufsehen.

 

 

Passend zu Ostern legt uns 3sat diese meisterhafte Inszenierung ins Osternesterl und strahlt den „Messias“ am Samstag, den 11. April 2020 um 20.15 Uhr im TV, aus.

Der Bildermagier Robert Wilson lädt zu einer spirituellen Reise, Marc Minkowski sorgt mit seinen Les Musiciens du Louvre für musikalische Gänsehautmomente. Dem Zuseher wird ein unvergessliches Erlebnis geboten, welches durch magische Bildwelten abgerundet wird.

Neben der Regieikone Robert Wilson und der musikalischen Leitung von Marc Minkowski sind unter anderem Elena Tsallagova Soprano (Sopran), #WiebkeLehmkuhl (Alt), #RichardCroft (Tenor), José Coca Loza (Bass) und Alexis Fousekis (Tänzer) zu erleben!

Wir blicken mit voller Vorfreude auf die heutige Ausstrahlung und lassen #Mozart in unseren eigenen vier Wänden hochleben.

Weitere Infos dazu findest du auf 3sat unter
https://www.3sat.de/kultur/musik/der-messias-mozartwoche-2020-100.html

Neuerwerbung von seltenem Reisebrief von Mozart an Constanze

#kleinePauseMozart

Der Stiftung Mozarteum ist es gelungen, einen seltenen Reisebrief von Wolfgang Amadé Mozart an Constanze aus dem Jahr 1789 zu erwerben. Auf den wenigen Reisen, die Mozart in seinen Wiener Jahren ab 1781 unternahm, hat ihn fast immer seine Ehefrau Constanze begleitet. Auf den wenigen Reisen, wo ihn seine Frau nicht begleiten konnte, gibt es Briefdokumente, die die Liebesheirat zwischen #Mozart und seiner Constanze bezeugen. Diese tiefe Zuneigung zueinander wird auch in diesem Brief an Constanze deutlich.

Auf dieser Reise schrieb Mozart mindestens zweimal pro Woche an seine in Wien zurückgebliebene Frau. Besonders herzlich wirken seine Liebesbeweise, seine Eifersüchteleien und seine Sorge um ihren Gesundheitszustand. Seinen Brief aus Prag vom Karfreitag, den 10. April 1789 eröffnet Mozart mit einem zärtlichen „liebstes, bestes Weibchen!“ und erzählt über das Wiedersehen mit Freunden, einen „fast“ sicheren Vertrag für eine neue Oper für Prag (aus der aber letztlich nichts wurde) und von Gerüchten, dass der Preußenkönig seine Ankunft erwarte. Auch lässt Mozart seine Constanze wissen, wie sehr er sich nach einer Nachricht von ihr sehne und dass er hoffe an seiner nächsten Station, in Dresden, einen entsprechenden Brief vorzufinden. Mit „küsse tausendmahl unsern karl, und ich bin dich vom ganzen herzen küssend“ endet die Botschaft an zu Hause, an seine Ehefrau zusammen mit dem vierjährigen Sohn Carl Thomas.

Der Brief ist mit „Charfreitage“ 1789 datiert, der damals (wie heuer) auf den 10. April fiel und stammt von der Reise nach Dresden, Leipzig und Berlin.

 

 

Den ganzen Brief findet ihr auf unserer Digitalen Mozart-Edition:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1661

Psst: Hier besteht auch die Möglichkeit Mozarts Briefe in Englisch zu lesen 😉

Mozarts Reise nach Prag

#kleinePauseMozart

Mozarts Reise nach Prag ist eine Künstlernovelle von Eduard Mörike, Lyriker, Erzähler und Übersetzer. Die Künstlernovelle versteht sich als eine Form der Erzählung, welche an Schicksale von Künstlern oder Genies anknüpft und über eine völlig frei erfundene (!) Begebenheit berichtet.

Der Lyriker Eduard Mörike schildert in dieser Erzählform einen Tag aus dem Leben von #Mozart. Als Ausgangspunkt dieser erfundenen Geschichte dient die Reise von Wien nach Prag, wo die Uraufführung der Oper „Don Giovanni“ stattfinden soll.

Der studierte Literaturwissenschaftler, Michael Sommer hat sich dieser Künstlernovelle von Eduard Mörike angenähert und anhand von #Playmobilfiguren die Geschichte auf humorvolle Art und Weise nacherzählt.

 

 

Mehr zu #DonGiovanni findet ihr natürlich in der Digitale Mozart-Edition. Hier findet ihr zum Beispiel mehr Infos über die Entstehung der Oper sowie weitere Informationen über die Uraufführung 1787.
http://dme.mozarteum.at/DME/nma/nma_cont.php…

Rolando Villazón: Musik ist mein Leben

#kleinePauseMozart

Unser Intendant der MozartwocheRolando Villazón war zu Gast bei dem Radiosender Ö1 und hat über seine Leidenschaft Musik gesprochen.

 

So erzählt der quirlige Mexikaner über (seine) Zugänge zur Musik und welchen Stellenwert Musik in seinem Leben hat. Darüber hinaus spricht er über die Macht der Musik Grenzen einzureißen und Gefühle der Menschen frei zu legen.

 

Neben der Musik gibt #RolandoVillazón auch Einblicke in sein privat Leben und erzählt unter anderem wie er das Herz seiner Frau erobern konnte.

 

Abgerundet wird das Interview von fabelhafter Musik. So ist ertönt unter anderem die kleine Nachtmusik sowie ein, zwei Schmankerln, wo der Opernsänger selbst zu hören ist.

 

Das Interview zum Nachhören finden Sie hier:
https://oe1.orf.at/player/20200405/594641

Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Leopold Mozart, 8. November 1777

#kleinePauseMozart

Wolfgang Amadé Mozart war zeit seines Lebens ein sehr produktiver Briefeschreiber, genauso wie sein Vater oder seine Schwester Maria Anna Mozart.

Der Briefwechsel der Familie Mozart gehört zu den bedeutendsten Kulturschätzen der Welt.

Die unzähligen Briefe erlauben nicht nur Einblicke in das Alltagsleben der Musikerfamilie, sondern sind auch eine bedeutende Quelle zur europäischen Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts. Unsere Sammlung von Originalbriefen wird durch zahlreiche handschriftliche Dokumente des 18. und 19. Jahrhunderts ergänzt und werden immer wieder im Rahmen von Führungen, Ausstellungen oder Lesungen zugänglich gemacht.

Unser künstlerischer Leiter Andreas Fladvad-Geier liest wieder einen Ausschnitt aus einem Briefwechsel zwischen Sohn und Vater vor.

 

Den ganzen Brief vom 8. November 1777 findest du hier:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=930

 

Mehr Infos zu Briefen der Familie sowie bedeutete Dokumente finden Sie auf der Digitalen Mozart-Edition (DME): https://mozarteum.at/digitale-mozart-edition/…

Versuch einer gründlichen Violinschule

#kleinePauseMozart

Im Rahmen der Sonderausstellung zu #LeopoldMozart: Musiker – Manager – Mensch, haben wir einen Film zu Leopold Mozarts „Versuch einer gründlichen Violinschule“ produziert.

Im Zuge dessen haben wir unter anderem mit Alexander Janiczek, Benjamin Schmid und Midori Seiler gesprochen und wollten wissen, wann die Ausnahmekünstler zum ersten Mal mit Leopold Mozarts #Violinschule in Kontakt gekommen sind. Dabei haben wir von den Künstlern spannende Geschichten und Anekdoten erfahren. Seht selbst!

 

 

Wann sind Sie das erste Mal mit dem gelungenen Schulwerk „Versuch einer gründlichen Violinschule“ von Leopold Mozart in Kontakt gekommen?

Wer mehr über Leopold Mozarts Violinschule aus 1756 erfahren möchte, findet die digitale Edition in unserer Digitalen Mozart-Edition.
https://dme.mozarteum.at/digital-editions/violinschule

Così fan tutte - Oper von Wolfgang Amadé Mozart

#kleinePauseMozart

Nach #LenozzediFigaro und #DonGiovanni arbeiteten Wolfgang Amadé Mozart und Lorenzo Da Ponte 1789/90 mit #Cosìfantutte wieder zusammen an einer Oper.

 

Die italienische Oper „Così fan tutte“ spielt im Neapel des 18. Jahrhunderts. Ferrando und Guglielmo, zwei junge Offiziere, gehen auf die Treue ihrer Verlobten Dorabella und Fiordiligi mit dem zynischen Don Alfonso eine Wette ein. Bald darauf ziehen sie scheinbar in den Krieg und kehren verkleidet, als fremde Kavaliere zu ihren Damen zurück, um diese zu umschwärmen. Die zwei Damen Dorabella und Fiordiligi erweisen sich zunächst als standhaft, worauf die beiden vermeintlichen Soldaten aus Verzweiflung einen Selbstmord vortäuschen. Die jungen Offiziere werden jedoch gerettet und der Pflege der Damen überlassen…

 

Ihr wollt wissen wir diese Oper von #Mozart ausgeht?
Die Staatsoper Unter den Linden, zeigt unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim diese Oper des Verwirrspieles.
Die Übertragung beginnt heute um 18:00 Uhr.
Hier geht’s zum On-Demand Angebot:
https://bit.ly/3dR6QDi

 

Psst: Wir verraten euch noch etwas. In unserem
Online-Katalog der Bibliotheca Mozartiana und Mozart-Bibliographie findet ihr das Titelblatt des Erstdrucks vom Klavierauszug aus 1794 sehen und downloaden. Dort findet ihr auch weitere Notenblätter https://bit.ly/2UWSNmV

Auf Mozarts Spuren durch Salzburg

#kleinePauseMozart

Heute möchten wir Ihnen einen Podcast für #Kinder aus der Do Re Mikro Reihe von BR-KLASSIK vorstellen.

 

Der Podcast „Auf Mozarts Spuren durch Salzburg“ zeichnet das Leben des Komponisten und Musiker Wolfgang Amadé Mozart nach. Auf ihrer Tour mit Anna, Antonia, Rebeka, Hanna und Maximilian erzählt unsere Museumspädagogin Maria Erker spannende und lustige Geschichten rund um das Leben in Mozarts Geburtshaus. Wenn Sie mehr über Hygiene, Fischbrunnen, Essen, Kleidung und goldene Knöpfe hören wollt, hören Sie im Podcast nach.

 

Hier finden Sie den Podcast von Br Klassik:
https://www.br.de/kinder/hoeren/doremikro/do-re-mikro-auf-mozarts-spuren-durch-salzburg-102.html

 

Sie sind auf der Suche nach weiteren informativen Materialien über #Mozart? Dann sind Sie bei uns genau richtig.

 

Schauen Sie doch mal bei unserer #WegezuMozart Seite vorbei. Hier geben wir Einblicke und Ausblicke in die Aktivitäten des #klangkartons, unserem Kinder- und Jugendprogramm. Hier finden Sie nicht nur interessantes Infomaterial für Kinder über Mozart, sondern auch Bastelanleitungen, Podcasts, Videos und Rundgänge durch unsere Museen.

 

Hier geht es zur Homepage Wege zu Mozart:
https://mozarteum.at/wegezumozart

Mozarts Violine

#kleinePauseMozart

Heute stellen wir Ihnen das LvivMozArt in Lwiw (Lemberg) vor, denn auch Lemberg ist eine Mozart-Stadt. Franz Xaver #Mozart, Sohn von Wolfgang Amadé Mozart, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Galizien. Mit nur 17 Jahren übernahm Franz Xaver eine Stelle als privater Klavierlehrer einer Adelsfamilie und lebte anschließend mehrere Jahre in Lemberg (heute Lwiw, Ukraine).

Gabriele Ramsauer, Leiterin unserer Mozart-Museen ist seit geraumer Zeit Ehrenmitglied im künstlerischen Beirat des LvivMozArt Festivals. So kam es, dass wir für das Musikfestival im Jahr 2019 eine Ausstellung konzipierten, welche bis Mitte August im Potocki-Palast zu sehen war.

Das Tüpfelchen auf dem i war natürlich die Mozart-Geige, die unsere Leiterin der Mozart-Museen mit nach Lwiw genommen hat. Unsere originalen Mozartinstrumente gehen ein bis zwei Mal im Jahr auf Reisen und fungieren dabei als musikalischer Botschafter.

Wenn unsere Musikinstrumente verreisen, werden diese stets von unserer Museumsdirektorin und Kollegen begleitet. Bevor diese aber auf Reisen gehen müssen viele Organisatorische, wie Sicherheitstechnische Fragen geklärt werden. Eines könnt ihr uns glauben, dass Verreisen mit unseren Mozartinstrumenten wird nie langweilig.

Auch werden die originalen Mozartinstrumente, ob Streich- oder Tasteninstrumente regelmäßig im Rahmen von Festivitäten wie der Mozartwoche oder bei Präsentationen bespielt. Für viele Künstler und Künstlerinnen ist es etwas ganz Besonderes, wenn diese die originalen Musikinstrumente von Mozart bespielen können .

 

Seht euch das Video an und erfährt mehr über Mozarts Geige in Lviv und das LvivMozArt Festival.

 

 

Mehr Infos und Klangproben zu den originalen Mozartinstrumenten findet ihr hier:
https://mozarteum.at/mozarts-instrumente/#info

Weitere Infos über das LvivMozArt Festival findest ihr hier:
https://lvivmozart.com/en/about

Benjamin Schmid Mozarteum Hauskonzert

#kleinePauseMozart bringt Mozarteum Hauskonzerte zu dir nach Hause

Noch wissen wir nicht, wann unsere beiden Konzertsäle – der Große Saal und der Wiener Saal – wieder erklingen. Bis es soweit ist, bringen wir unsere Musikerinnen und Musiker zu Ihnen nach Hause.

 

Das erste Mozarteum – Hauskonzert eröffnet Benjamin Schmid. Der Salzburger Geiger wird von seiner Ehefrau Ariane Haering am Klavier begleitet.

 

Unser erstes Mozarteum – Hauskonzert wird mit Wolfgang Amadé Mozart, Sonate F-Dur für Violine und Klavier (KV 377), 1. Satz Allegro, eröffnet 😍.

 

Danach geht es mit dem 2. Satz Tema (Andante) con variazioni weiter.

 

Den Abschluss unseres Hauskonzertes bildet die Violinsonate op. 12/3, in Es, Allegro con spirito von Ludwig van Beethoven.

 

 

🎵 Wir wünschen Ihnen einen klingenden Vormittag 🎵

 

Psst: An alle Musiker, Musikbegeisterte und Interessierte: Unter https://dme.mozarteum.at/nmaonline/ findet ihr digitalisierte Notentexte der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA Online), sowie die noch im Aufbau begriffene volldigitale Musikedition.

Interview mit Rolando Villazón

#kleinePauseMozart

Kurz bevor die #Mozartwoche2020 stattgefunden hat, hat Rolando Villazón, Intendant der Mozartwoche, dem Klassikportal fidelio, seine Lieblingsstücke verraten. Dabei hat er unter anderem erzählt, welchen persönlichen Bezug er zu diesen Musikstücken hat.

Um welche Lieblingsstücke es sich dabei handelt, findet ihr in diesem Video.

Was ist die Digital-interaktive Mozart-Edition (DIME) und was kann sie?

#kleinePauseMozart

Was ist die Digital-interaktive Mozart-Edition (DIME) und was kann sie?

Dies sind einige der Fragen, die ein 12-minütiges Präsentationsvideo beantwortet, das jetzt auf der Homepage der Digital-interaktiven Mozart-Edition abrufbar ist.

Das Video bietet eine knappe Einführung in die Möglichkeiten und Prinzipien der digitalen Musikedition und dient zugleich als Anleitung für die Nutzung von „MoVi – The Digital Mozart Score Viewer“, der eigens für die Edition geschaffenen Benutzeroberfläche. Erläutert werden Prinzipien und Anwendungen sowie zentrale Funktionen, darunter etwa die Notenanzeige bei gleichzeitiger Audiowiedergabe.

Anlass für die Erstellung des Video-Tutorials war die Einladung zur Tagung “Bach and Mozart: Connections, Patterns, Pathways”, einer gemeinsamen Veranstaltung der American Bach Society und der Mozart Society of America an der kalifornischen Stanford University. Dort wurde es erstmals am 16. Februar 2020 im Rahmen des Symposiums “Digital Resources for Eighteenth-Century Music Studies” gezeigt.

Das Projekt der Digitalen Mozart-Edition, das von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg gemeinsam mit dem Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien, erarbeitet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte kompositorische Werk Wolfgang Amadé Mozarts sowie Texte, Briefe und Dokumente für alle kostenfrei digital zugänglich zu machen.

Mit der Digital-interaktiven Mozart-Edition wurde in diesem Zusammenhang ein weiteres, vielbeachtetes Kapitel aufgeschlagen, das auf dem Gebiet digitaler Musikergesamtausgaben mittlerweile Leuchtturmcharakter erworben hat.

 

 

Weiterführende Links:
Digitale Mozart-Edition (DME)
https://dme.mozarteum.at

Digital-interaktive Mozart-Edition (DIME)
https://dme.mozarteum.at/musik/edition/

MoVi – The Digital Mozart Score Viewer
https://dme.mozarteum.at/movi/de

Bach and Mozart: Connections, Patterns, Pathways
https://americanbachsociety.org/m…/stanford2020_program.html

Packard Humanities Institute
https://packhum.org/

Virtuelle Tour durch Mozarts Geburtshaus

#kleinePauseMozart

 

 Besuchen Sie unsere Mozart-Museen virtuell 

 

Ab sofort können Sie auch von zu Hause unsere Museen – Mozarts Geburtshaus und das Mozart-Wohnhaus – digital erkunden.

Erfahren Sie mehr über Wolfgang Amadé Mozart, das berühmte Geburtshaus in der Getreidegasse in #Salzburg und das Wohnhaus der Familie #Mozart mit der Sonderausstellung „Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch“ zum 300ten Geburtstag von Wolfgang Amadés Vater.

 

Hier geht’s zur unseren #virtuellenTour durch Mozarts Geburtshaus:
https://mozarteum.at/museums/mozarts-geburtshaus/…

#visitsalzburg

Brief von Leopold Mozart an Martha Elisabeth Baronin von Waldstätten

#kleinePauseMozart

Wir hören unserem künstlerischen Leiter Andreas Fladvad-Geier einfach so gerne zu, vor allem wenn er etwas vorliest.

Aus diesem Grunde laden wir euch lich dazu ein, unserem Konzertchef zu lauschen, wenn dieser aus einem Brief von #LeopoldMozart an Martha Elisabeth Baronin von Waldstätten vorliest.

 

 

Den Brief aus dem Jahr 1782 findet ihr hier
https://bit.ly/2QOjRna

Und hier geht’s zu unserer Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition:
https://dme.mozarteum.at/briefe-dokumente/online-edition/

Bastelanleitung "Wunderscheibe"

#kleinePauseMozart

Das Thaumatropist ein Gegenstand der optischen Täuschung, der auch als Kinderspielzeug diente.

Der Name taucht in der Wissenschaft das erste Mal zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich auf, und setzt sich aus den griechischen Wörtern thauma (Wunder) und trope (Wendung) zusammen. Im Deutschen wird es auch als Wunderscheibe übersetzt.

Das Prinzip der optischen Verschmelzung ist aber bereits wesentlich älter. Manche Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass es die so genannte „Wunderscheibe“ bereits seit der Steinzeit gibt.

Die Funktionsweise an sich ist ganz einfach. Zwei Gegenstände auf verschiedenen Seiten einer Scheibe aus Holz, Bein oder Karton, ergeben bei schneller Drehung der Scheibe mittels Fäden ein neues Gesamtbild. Traditionelle Motive des 19. Jahrhunderts sind zum Beispiel ein Vogelkäfig und ein Vogel. Bei der Drehung der Scheibe scheint es, als ob der Vogel im Käfig säße, obwohl der Käfig auf der einen Seite und der Vogel auf der anderen Seite der Scheibe abgebildet ist.

Das spannende am Thaumatrop ist, dass man es mit wenig Mitteln (Papier, Karton, Stifte, Schere, Schnur, Kleber) selbst machen kann und immer wieder neue Motive erfunden werden können. Zum Beispiel ein Osterhase und eine Wiese, oder eine Spinne und ein Netz, Blumen und eine Blumenvase, usw.

 

Weitere Einblicke in die Aktivitäten des #klangkartons sowie unterhaltsame Videos, Bilder oder Bastelanleitungen finden Sie hier https://mozarteum.at/wegezumozart

Ps: Im Hintergrund hören Sie die Symphonie B-Dur, KV 319

 

Die Mozarts: Geschichte einer Familie

#kleinePauseMozart

Heute ist der #österreichischeVorlesetag und daher möchten wir Ihnen gerne das Buch „Die Mozarts: Geschichte einer Familie“ von Michael Lemster vorstellen, welches auch bestens zum Vorlesen geeignet ist.

In dem Buch „Die Mozarts: Geschichte einer Familie“ geht es nicht nur um die Musik. Der Historiker und Autor geht unter anderem der Frage nach, wer die Mozarts eigentlich waren. Wo kamen sie her, wo gingen sie hin?

Michael Lemster erzählt vom Aufstieg und Niedergang, von den Anfängen des 15. Jahrhunderts bis zum Tod des letzten Mozarts im Jahr 1858. Der Autor zeichnet mit viel Feingefühl die Geschichte der Familie nach.

Wir können Ihnen dieses Buch nur ans Herz legen, denn es erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Familie, deren Geist vor allem durch die Musik unsterblich wurde.

In dem Audiobeitrag von BR-KLASSIK wird dieses Buch vorgestellt.
Hier geht es zum Audiobeitrag: Die Mozarts: Geschichte einer Familie

Was heute geschah - 25. März 1771

#kleinePauseMozart

Heute vor 249 Jahren schrieb Leopold Mozart aus Innsbruck einen Brief an seine Ehefrau Anna Maria Mozart in Salzburg.

„Deinen Brief, deinen durch h: Johannes hand geschrieben zärtlichen Brief habe richtig empfangen: […]“, schrieb #LeopoldMozart.

Wenn Sie mehr über den Brief wissen möchten, schauen Sie sich dieses Video an, denn unser Konzertchef Andreas Fladvad-Geier liest aus diesem Brief vor.

 

Sie haben Lust bekommen, in den vielen spannenden Briefen der Mozart-Familie zu stöbern?

Hier geht’s zu unserer Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition:
https://dme.mozarteum.at/briefe-dokumente/online-edition/

 

Den Brief vom 25. März 1771 findet ihr hier:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=799

 

 

Wosch da d'Händ!

Händewaschen – aber richtig! ist in diesen Zeiten die Devise. Mitglieder des Mozart Kinderorchesters haben uns musikalische Grüße zum Thema Händewaschen geschickt – teilweise quer über die österreichisch-bayerische Grenze hinweg.

 

Virtuelle Tour durch die Leopold Mozart-Ausstellung

Die Mozart-Museen sind wie alle anderen Museen derzeit auf weiteres geschlossen. Dies muss Sie aber nicht von einem Besuch dort abhalten: Denn es gibt die Möglichkeit, sie virtuell zu besuchen. Bitte treten Sie ein – in die Sonderausstellung „Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch“, die bis zum 9. Februar 2020 im Mozart-Wohnhaus zu besichtigen war.

Le Nozze di Figaro mit Playmobil erklärt

Irgendwann werden Sie wieder in die Oper gehen dürfen. Sollte hier „Le Nozze di Figaro“ auf dem Programm stehen, ist es natürlich hilfreich, zu wissen worum es dabei geht. Wir helfen Ihnen dabei – mit einem kurzen Playmobil-Erklärvideo!